Open-Source-Gemeinde: Kosteneinsparungen, offener Quellcode, mehr Sicherheit

OpenSource

Veröffentlicht 04.01.2022 13:30, Dagmar Finlayson

7 von 10 Unternehmen (71 Prozent) greifen auf solche frei verfügbaren Programme zurück. Und die Nutzung dürfte in den kommenden Jahren noch zunehmen. Denn nur 7 Prozent geben an, Open Source grundsätzlich kritisch oder ablehnend gegenüber zu stehen, zwei Drittel (67 Prozent) bezeichnen sich als interessiert und aufgeschlossen und ein weiteres Viertel (25 Prozent) ist noch unentschieden. Das hat eine Umfrage in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. Die Lizenz von Open-Source-Software erlaubt es, die Programme frei auszuführen, den Quellcode zu analysieren und anzupassen sowie die Software auch in modifizierten Varianten weiterzugeben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Quellcode der Software offen zugänglich ist.

Die Open Source-Gemeinde besteht zu großen Teilen aus professionellen Entwicklern, die von Unternehmen oder Behörden bezahlt werden. Viele OSS-Bestandteile sind Teil von großen, auch proprietären Lösungen, Office- oder Betriebssystemen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung ist einerseits durch den professionellen Einsatz dieser Hersteller gesichert, andererseits durch den einfachen Zugang zu diesen Technologien. Bestehende (Teil-)Lösungen können jederzeit von anderen Herstellern aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Durch die Lizenzierung ist sichergestellt, dass auch diese Weiterentwicklungen jederzeit frei verfügbar bleiben und in den Pool der OSS-Lösungen zurück fließen. Im Gegensatz zu proprietären Produkten entwickeln Open Source-Software Tausende von Entwicklern gemeinsam, auch von Mitarbeitern der Gesundheitsbranche, die mit der Software arbeiten und sie so verbessern, dass sie ihren tatsächlichen Anforderungen entspricht.

Die Investitionssicherheit von Open Source ist einer der Hauptgründe für den Einsatz gerade im Bereich Public Sector: ist ein ursprünglicher Lösungsanbieter nicht mehr in der Lage oder bereit, Wartung und Weiterentwicklung eines Produkts zu bieten, kann der Kunde jederzeit zu einem anderen Anbieter wechseln. Die Open Source-Lizenzen erlauben explizit die Weitergabe und Weiterentwicklung auch für Dritte und durch die Quelloffenheit stehen auch keine technischen Hürden im Weg. Somit kann ein Kunde sicher sein, dass seine Open Source-Lösung unabhängig vom Lieferanten auch in Zukunft weiter gepflegt und betrieben werden kann – ein Zustand, der bei jedem anderen technischen Gerät Standard, aber in der Softwarebranche nicht üblich ist.

82 Prozent der Unternehmen sehen Vorteile beim Einsatz von Open-Source-Software. Als wichtigster Vorzug gilt dabei die Kosteneinsparung (24 Prozent). Dahinter folgen der Zugriff auf den Quellcode (14 Prozent) und eine einfachere Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln (8 Prozent) sowie hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates (7 Prozent). Darüber hinaus werden eine Vielzahl weiterer Vorteile genannt, unter anderem die einfache Anpassung an eigene Bedürfnisse und eine große Auswahl an Open-Source-Komponenten (jeweils 5 Prozent), der Wissensaustausch in einer breiten und aktiven Community (4 Prozent) sowie eine bessere Kompatibilität (4 Prozent) und offene Standards (3 Prozent).

 Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) greift dabei nicht nur auf Open Source zurück, sondern unterstützt auch die Open-Source-Community. So kauft jedes Dritte (36 Prozent) Support-Leistungen oder spezielle Enterprise-Lösungen. In jedem Fünften (21 Prozent) beteiligen sich Beschäftigte oder Teams aktiv an Open-Source-Projekten, 11 Prozent initiieren oder begleiten sie sogar selbst. Jedes elfte Unternehmen (9 Prozent) stellt der Community veränderten oder verbesserten Quellcode zur Verfügung.

 Allerdings sehen umgekehrt 9 von 10 (88 Prozent) der Unternehmen Nachteile beim Einsatz von Open-Source-Software. So wird vor allem das Fehlen von auf Open-Source spezialisierten Fachkräften (14 Prozent), ein hoher Schulungs- und Einarbeitungsaufwand und eine unklare Gewährleistungssituation (je 10 Prozent) beklagt. Auch die zu große Auswahl an Open Source und der mangelnde kommerzielle Support und ganz allgemein Sicherheitsaspekte (je 7 Prozent) werden häufiger als Nachteile genannt.

Von Wolf-Dietrich Lorenz

Symbolbild: Pixabay/bruzgodi


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