Klimaschutz-Trend „Net Zero“

KLIK

Veröffentlicht 07.01.2022 09:00, Kim Wehrs

Die große Mehrheit der europäischen Unternehmen hat ein festes Ziel für das Erreichen von Net Zero bei den CO2-Emissionen definiert, viele geben laut einer neuen Studie von PAC hat jedoch zu, dass ihnen ein klarer Überblick über das aktuelle Emissionsniveau fehlt oder sie nicht das nötige Fachwissen haben, um kurzfristig die CO2-Reduktion voranzutreiben. Vorreiter Gesundheitswesen: Bundesweit 250 Krankenhäuser und Reha-Kliniken haben bereits wirksame Klimaschutzmaßnahmen in ihre Arbeitsabläufe integriert. In jeder Branche sind  Nachhaltigkeitsstandards nötig, die die Hersteller und Zulieferer einhalten.

Bundesweit 250 Krankenhäuser und Reha-Kliniken haben bereits wirksame Klimaschutzmaßnahmen in ihre Arbeitsabläufe integriert. Sie sind Teil des Projekts "KLIK green: Krankenhaus trifft Klimaschutz", das vom Berliner Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geleitet wird und bis April 2022 mindestens 100.000 Tonnen CO2 vermeiden soll. 

Bis 2030 sollte jede deutsche Klinik eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt haben und zuvor eine Klimamanagerin oder einen Klimamanager fest einstellen. Klimaschutz muss standardmäßig Inhalt von Ausbildungen im Gesundheitswesen werden. Solche Stellen können dann beispielsweise dafür sorgen, dass die enorme Kaufkraft von Krankenhäusern der regionalen und nachhaltigen Wirtschaft zugutekommt.

Viele der am Projekt teilnehmenden Kliniken lassen schon Klinikbeschäftigte zu Klimamanager  qualifizieren. Aktuell planen diese mehr als 500 Klimaschutzmaßnahmen, die nicht nur im Klinikbereich anwendbar sind: Sie stellen auf Ökostrom um, fördern Radverkehr durch Fahrradparkplätze und Mobilitätswettbewerbe, reduzieren Fleisch im Speiseplan oder optimieren die Mülltrennung. Außerdem verwirklichen sie krankenhausspezifischen Klimaschutz wie etwa Narkosegasrecycling oder Mehrweg-OP-Besteck.

Alle Kliniken im Projekt KLIK green zeichnen sich durch Vielfalt aus: Das Netzwerk bringt Klinikbeschäftigte aus den Bereichen Pflege, Ärzteschaft, Technik, Verwaltung und Küche ins Gespräch miteinander. Berufliche Hintergründe variieren ebenso wie die vertretenen Hierarchieebenen, die im Projekt auf Augenhöhe nachhaltige Lösungen entwickeln. Zugleich liegt der Frauenanteil unter den Klimamanager bei über 30 Prozent.

Beispiel für Trend „Net Zero

Krankenhäuser befinden sich im branchenübergreifenden Trend „Net Zero bei den CO2-Emissionen“. Laut einer neuen Studie von PAC hat die große Mehrheit der europäischen Unternehmen zwar ein festes Ziel für das Erreichen von Net Zero bei den CO2-Emissionen definiert, viele geben jedoch zu, dass ihnen ein klarer Überblick über das aktuelle Emissionsniveau fehlt oder sie nicht das nötige Fachwissen haben, um kurzfristig die CO2-Reduktion voranzutreiben. Die Studie zeigt, dass noch viel getan werden muss, um eine stabile Grundlage für die Umsetzung effektiver Dekarbonisierungsstrategien zu schaffen. So geben beispielsweise nur 6 Prozent an, eine ganzheitliche Sicht auf den CO2-Fußabdruck ihrer Organisation zu haben, während 94 Prozent die Daten manuell sammeln oder ein Flickwerk verschiedener Technologie-Tools nutzen.

Die Gesundheitswesen gibt für den Klimaschutz ein voranweisendes Beispiel. Potenzial besteht nicht nur bei dem  „Unternehmen“ Krankenhaus selbst, sondern auch bei der Produktion und den Lieferketten im Gesundheitswesen, zum Beispiel beim Einkauf von Medizinprodukten Die Nachfrage der Einrichtungen an die Zulieferer, mit einem entsprechenden ökologischen Fokus, kann in Zukunft Impulse geben. Dazu sind Nachhaltigkeitsstandards nötig, die die Hersteller und Zulieferer einhalten.


Von Wolf-Dietrich Lorenz
Foto: Adobe Stock / lazyllama


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