Gesundheitsausgaben 2020 auf über 440 Milliarden Euro gestiegen

Ausgaben

Veröffentlicht 14.04.2022 09:20, Wolf-Dietrich Lorenz

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland  steigen um 6,5 % gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 auf einen neuen Höchststand. Schätzungen für 2021 gehen  von weiterem Anstieg um 5,7 % auf 465,7 Milliarden Euro aus. Corona-Testungen und Impfkampagne tragen maßgeblich zum Ausgaben-Anstieg bei. Diese Angaben meldet DESTATIS | Statistisches Bundesamt.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im Corona-Jahr 2020 auf einen neuen Höchststand von 440,6 Milliarden Euro gestiegen. Das waren 5 298 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Damit stiegen die Gesundheitsausgaben pro Kopf erstmals seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1992 auf einen Wert über 5 000 Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltgesundheitstag am 7. April 2022 weiter mitteilt, waren die Gesundheitsausgaben 2020 insgesamt 26,8 Milliarden Euro oder 6,5 % höher als 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2020 bei 13,1 % und damit 1,2 Prozentpunkte höher als 2019. Nur nach der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 war ein vergleichbarer Anstieg festzustellen, als der Anteil gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozentpunkte gestiegen war. Die Anstiege gingen in beiden Jahren mit einem Rückgang des nominalen BIP (2009: -4,0 %; 2020: -3,0 %) einher.

Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte im Jahr 2020 sind unter dem Einfluss der Corona-Pandemie mit +73,4 % am stärksten gestiegen

Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hatten im Jahr 2020 einen großen Einfluss auf die Gesundheitsausgaben. Sie trugen wesentlich dazu bei, dass die Ausgaben der öffentlichen Haushalte um 73,4 % oder 13,0 Milliarden Euro auf 30,7 Milliarden Euro stiegen. Der Anteil der öffentlichen Haushalte an den Gesundheitsausgaben belief sich damit auf 7,0 %. Im Jahr 2019 hatte der Anteil noch bei 4,3 % gelegen. Allein über den Gesundheitsfonds wurden rund 12,2 Milliarden Euro für die Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgegeben. Diese Ausgaben hat der Bund größtenteils erstattet. 

von Wolf-Dietrich Lorenz


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