Lernfaktor für Kliniken: Ärzte setzen auf Künstliche Intelligenz

KI

Veröffentlicht 12.01.2021 15:20

Trendstudie „Deutschland lernt KI – Wie Unternehmen digitale Technologien einsetzen“, Bitkom-Research, 2020. Kliniken können bei jungen Medizinern trotz eines gravierenden Bewerbermangels Chancen haben. Dafür sollten sie eine moderne, digitalisierte Infrastruktur samt Künstliche Intelligenz KI anbieten.

Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) mit 100 oder mehr Mitarbeitern ist überzeugt, dass KI eine Schlüsseltechnologie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit ist. 57 Prozent stehen der Technologie eher oder sehr aufgeschlossen gegenüber. Nur 6 Prozent lehnen KI ab. Allerdings hinkt der KI-Einsatz in der Praxis noch hinterher: Gerade einmal 13 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI-basierte Anwendungen ein. Weitere 15 Prozent planen die Nutzung, 18 Prozent diskutieren dies aktuell im Unternehmen. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS) unter 955 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland.

Digitalisierung macht die Medizin effizienter, spart Zeit und hilft den Patienten, schneller gesund zu werden oder die Gesundheit besser zu erhalten. KI kann bei Healthcare in einer konsequenten Digitalisierungsstrategie eine maßgebliche Rolle spielen.

Auch eine ganz andere Bedeutung digitaler Zukunftstechnologien zeigt sich: Kliniken, die eine Chance haben wollen, trotz eines gravierenden Bewerbermangels junge Mediziner einzustellen, müssen eine moderne, digitalisierte Infrastruktur anbieten können. Vor  einiger Zeit hatte das Bündnis Junge Ärzte in einem Offenen Brief an Kanzlerin und Gesundheitsminister von Bund und Ländern appelliert, sich durch intensivere Digitalisierung um eine zukunftsfähige medizinische Versorgung zu bemühen: „Schluss mit den endlosen Dokumentationen zur Begründung von medizinischen Selbstverständlichkeiten. Wir Ärztinnen und Ärzte benötigen Zeit für unsere Patienten.“ Die jungen Mediziner wünschen sich laut einem Positionspapier, „dass zukünftig Anwendungen und Applikationen unseren Arbeitsalltag erleichtern“ und heben die „vielzähligen Vorteile der digitalen Transformation“ hervor.

Die jungen Ärzte betonen besonders die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, mit Daten bildgebender Diagnostik ausgewertet oder komplette Genome, etwa von Patienten mit bösartigen Tumoren, sequenziert und analysiert werden können, um präzisionsmedizinische Therapien anzuwenden. Immer mehr Menschen werden auch Apps nutzen, die mittels Biosensoren medizinische Werte kontinuierlich überwachen – sei es präventiv oder kurativ – und sie gegebenenfalls auch an den Arzt übermitteln. Virtual und Augmented Reality können in der Ausbildung von Medizinern eingesetzt werden, etwa um komplizierte chirurgische Eingriffe zunächst mit einem Simulator zu üben, bevor sie am Patienten eingesetzt werden. Des Weiteren rückt das Thema Digitalisierung durch den Einsatz der Robotik auch im OP, z.B. bei orthopädischen Eingriffen, zunehmend in den Vordergrund.

Branchenübergriefend zeigt sich: Ein möglicher Durchbruch beim KI-Einsatz hat auch Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung. So stimmt mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) der Aussage zu, dass KI-Kenntnisse in zehn Jahren den gleichen Stellenwert haben werden wie heute Office-Kenntnisse. Bei den Unternehmen, die sich bereits mit KI beschäftigt haben und entsprechende Anwendungen einsetzen, dies planen oder darüber diskutieren, liegt der Anteil mit 64 Prozent sogar noch deutlich darüber. Zwei Drittel (66 Prozent) sind zudem überzeugt, dass KI den Arbeitsalltag der Mitarbeiter erleichtern wird.

Quelle: Trendstudie „Deutschland lernt KI – Wie Unternehmen digitale Technologien einsetzen“, Bitkom-Research, 2020

 


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