Vermeintliche COVID-19-Impfstoffe im Darknet

Darknet

Veröffentlicht 12.03.2021 10:20, kiw

Weltweit findet eine der größten und komplexesten Impfkampagnen der Geschichte statt. Infolgedessen ist es nicht überraschend, dass auch Betrüger über das Darknet versuchen, hieraus Profit zu schlagen. Was die Nutzer jedoch konkret erwerben, bleibt unklar. 

Forscher haben 15 verschiedene Marktplätze im Darknet untersucht und Werbung für drei bekannte COVID-Impfstoffe identifiziert: Pfizer/BioNTech, AstraZeneca und Moderna (1). Es gab zudem Anbieter, die für nicht zertifizierte COVID19-Impfstoffe warben.

Die meisten Verkäufer stammen aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA. Die Preise pro Dosis reichten von 165 Euro (250 US-Dollar) bis etwa 1.000 Euro (1.200 US-Dollar). Der ermittelte Durchschnittspreis lag bei etwa 410 Euro (500 US-Dollar). Die Kommunikation mit diesen Händlern wird über verschlüsselte Messaging-Apps wie Wickr oder Telegram geführt, während die Zahlungen in Form von Kryptowährung erfolgen sollen, insbesondere in Bitcoin.

Die meisten dieser Verkäufer haben bereits zwischen 100 und 500 Transaktionen in den Foren durchgeführt. Die Forscher meinen, das deute darauf hin, dass solche Impfstoffverkäufe tatsächlich abgeschlossen würden. Was die Darknet-Nutzer jedoch konkret erworben hätte, bleibe unklar. Die den Experten zur Verfügung stehenden Informationen reichen nicht aus, um zu sagen, bei wie vielen der online beworbenen Impfstoffdosen es sich tatsächlich um originären Impfstoff handelt (viele medizinische Einrichtungen verfügen über noch nicht genutzte Impfstoffdosen) und wie viele Anzeigen schlicht Betrug sind. (2)

Selbst wenn die Käufer tatsächlich eine Sendung per Post erhielten, handelte es sich höchstwahrscheinlich um keine wirksame und gültige Dosis. Noch wichtiger ist, dass die Beschaffung solcher Dosen illegal ist. Die Experten meinen: „Wichtig ist, dass Anwender bei jedem Angebot im Zusammenhang mit der Pandemie vorsichtig sind, und selbstverständlich ist ein Kauf von Impfstoff im Darknet grundsätzlich keine gute Idee.“

 

Tipps zum Schutz vor Betrugsversuchen im Zusammenhang mit COVID-19

lNiemals Produkte – einschließlich Impfstoffdosen – im Darknet erwerben.

lBei Werbungen, die sich mit dem Corona-Thema befassen, stets die URLs der besuchten Seiten prüfen. Ist die Schreibweise aufgrund fehlender oder falscher Buchstaben auffällig oder wurde das übliche .com beispielsweise durch „com.tk“ oder etwas Ähnlichem ersetzt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich hierbei um Phishing handelt. Auf einer solchen Seite niemals persönliche Daten eingeben.

lBei besuchten Websites und erhaltenen E-Mails immer auf korrekte Grammatik und das Layout achten. Wenn hier etwas merkwürdig erscheint, ist Vorsicht geboten. 

 

(1) https://www.kaspersky.com/blog/coronav ... ines-darknet/38903/ 

(2) Screenshots der vermeintlichen Impfstoff-Angebote:  https://box.kaspersky.com/d/c8c7fea581964874a78b/


Quelle & Foto: Kaspersky


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