Summer School von Inria und DFKI zu Künstlicher Intelligenz

IDESSAI

Veröffentlicht 30.07.2021 11:10, Dagmar Finlayson

Vertrauenswürdige KI und KI in der Medizin waren die beiden thematischen Säulen der ersten gemeinsamen Summer School des französischen nationalen Instituts für Informationstechnologie und des DFKI. Die IDESSAI 2021, die pandemiebedingt vollständig virtuell stattfand und vom DFKI ausgerichtet wurde, erreichte ca. einhundert Studierende im akademischen Umfeld beider Institutionen in Frankreich und in Deutschland. In sechs Keynotes und zwölf Kursen gaben fast 40 renommierte Vortragende aus vielen europäischen Ländern Einblick in ihre Forschungsarbeiten.

Die IDESSAI 2021 (Inria-DFKI European Summer School on AI) bot den Teilnehmenden ein breites Umfeld für den Austausch mit renommierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft. In speziellen Poster- und Demo-Sessions bestand die Möglichkeit, eigene Arbeiten vorzustellen und mit anderen Studierenden und KI-Experten zu besprechen. In einem gemeinsamen Panel diskutierten beide Tracks mit Branchenvertretern und Spin-offs über Potenziale und Chancen von KI-Anwendungen in der Industrie. Die Summer School richtete sich an Studierende und Doktoranden aus allen Bereichen der KI wie z.B. Maschinelles Lernen, Wissensrepräsentation und Reasoning, Suche und Optimierung, Planung und Scheduling, Multiagentensysteme, Verarbeitung natürlicher Sprache, Robotik oder Computer Vision.

Mit einem Informationskiosk präsent war die europäische Netzwerkinitiative CLAIRE. CLAIRE (Confederation of Labs for AI Research in Europe) ist ein europäisches Netzwerk zur Förderung einer KI, in dem sich Inria und DFKI stark engagieren. Ziel von CLAIRE ist es, Europa als globalen Vorreiter auf dem Gebiet der menschzentrierten KI zu positionieren.

„Vertrauenswürdige KI und KI in der Medizin sind die Bereiche, in denen Europa das größte Potenzial hat. Mit der Summer School haben Inria und DFKI ihre Partnerschaft im wissenschaftlichen Bereich mit Leben gefüllt und gezeigt, dass aus dieser Kooperation heraus der Gedanke einer menschzentrierten, europäischen KI vorangetrieben werden kann“, sagte Prof. Dr. Philipp Slusallek, Geschäftsführender Direktor DFKI Saarbrücken und Inria-Koordinator am DFKI.

Inria und DFKI unterzeichneten am 22. Januar 2020, am ersten Jahrestag des Aachener Vertrags, ein Memorandum of Understanding (MoU) über die Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Auf der Grundlage dieser offiziellen Partnerschaft arbeiten die beiden wissenschaftlichen Einrichtungen im Rahmen einer gemeinsamen europäischen, strategischen Forschungs- und Innovationsagenda an aktuellen Herausforderungen für KI-Technologien, die auch an der Spitze ökonomischer Fragen stehen. Dazu zählen Vertrauenswürdige KI (Validierung, Zertifizierung, Erklärbarkeit, Datenschutz), KI in der Medizin, Frugale KI (ressourcenschonende Algorithmen, Hardware und Systeme), Hybride Mensch-KI-Teams und Interaktives Lernen, KI und Simulation (Digitaler Zwilling, Digitale Realität).

In konkreten Projekten forschen die beiden Partner in übergreifenden Teams an der frühzeitigen Erkennung psychiatrischer Erkrankungen (MePheSTO), neuartigen Ansätzen zur Bilderkennung in komplexen und dynamischen Umgebungen (Moveon) und an mehrsprachigen semantischen Technologien für die sprachliche und multimodale Kommunikation (IMPRESS). Projekte, die sich unter anderem mit den Themen High-Performance-Computing und KI für die Agrarwirtschaft befassen, sind in Planung.

Als wichtiger weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit von Inria und DFKI wurde von Anfang an die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses angesehen. Die nächste gemeinsame Summer School ist für 2022 geplant.

Über Inria
Inria (Institut national de recherche en informatique et en automatique) ist das nationale Forschungsinstitut für digitale Wissenschaft und Technologie in Frankreich. Weltklasse-Forschung, technologische Innovation und unternehmerisches Risiko sind seine DNA. In 200 Projektteams, die meisten davon gemeinsam mit großen Forschungsuniversitäten, gehen mehr als 3.900 Forscher und Ingenieure neue Wege, oft interdisziplinär und in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern, um ehrgeizige Herausforderungen zu meistern. Als technologisches Institut unterstützt Inria die Vielfalt der Innovationswege: von der Veröffentlichung von Open-Source-Software bis zur Gründung von technologischen Start-ups (Deeptech).

Über DFKI
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) wurde 1988 als gemeinnützige Public-Private-Partnership (PPP) gegründet. Es unterhält Standorte in Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen, ein Projektbüro in Berlin, ein Labor in Niedersachsen und Außenstellen in Lübeck, St. Wendel und Trier.
Die DFKI verbindet wissenschaftliche Spitzenleistung und wirtschaftsnahe Wertschöpfung mit gesellschaftlicher Wertschätzung. Das DFKI forscht seit über 30 Jahren an KI für den Menschen und orientiert sich an gesellschaftlicher Relevanz und wissenschaftlicher Exzellenz in den entscheidenden zukunftsorientierten Forschungs- und Anwendungsgebieten der Künstlichen Intelligenz. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten „Centers of Excellence“.

Kontakt
Prof. Dr. Philipp Slusallek
Geschäftsführender Direktor DFKI Saarbrücken und Inria-Koordinator am DFKI
E-Mail: Philipp.Slusallek@dfki.de
Tel.: +49 0681 85775 5276

Dr. Anselm Blocher
Operativer DFKI-Koordinator Deutsch-Französische KI-Zusammenarbeit
E-Mail: Anselm.Blocher@dfki.de
Tel.: +49 681 85775 5262

Foto: Summer School Session mit Prof. Slusallek und Program Chair Dr. Müller.

Quelle Text/Bild: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI


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