Innovation Hub treibt Digitale Transformation voran: 4,9 Mio. Euro für CITAH

CITAH

Veröffentlicht 29.07.2022 09:30, Dagmar Finlayson

European Digital Innovation Hub für die Leitindustrien Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Gesundheitswesen startet voraussichtlich im Januar 2023.

Weser-Ems kann als Kompetenzregion für die Ökosysteme Food & Agrar sowie Gesundheitswesen bezeichnet werden. Nun erhält die Region mit dem Vorhaben „Cross-Industry Transformation in Agriculture and Health“ – kurz CITAH – ein neues Innovationszentrum in Oldenburg und Osnabrück, das beide Ökosysteme verbindet und in das neu geschaffene Netzwerk der „European Digital Innovation Hubs“ einbindet. Ziel der Initiatoren OFFIS und DFKI ist dabei auch die Förderung von Cross Innovation, also dem branchenübergreifenden Lernen, um den breiten regionalen Mittelstand von Innovationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Interoperabilität und Cybersicherheit profitieren zu lassen. CITAH erhält ein Fördervolumen von 4,9 Mio. Euro und startet voraussichtlich im Januar 2023.

Die digitale Transformation medizinischer Forschung und Gesundheitsversorgung hat ein hohes Potenzial für das Flächenland Niedersachsen. Im Alltag kann sie beispielsweise dabei helfen, in ländlichen Räumen eine hohe Lebensqualität über alle Altersphasen zu erhalten. Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste gehören aber auch zu den großen Unternehmen des Landes, die durch Innovationsimpulse attraktive und leistungsstarke Arbeitgeber bleiben. Gleiches gilt für die Agrar- und Ernährungsbranche, wobei die digitale Transformation von Landmaschinen, Anbau- und Verarbeitungsprozessen zur nachhaltigeren Bewirtschaftung beiträgt. Um die Innovationskraft solcher regionalen „Hidden Champions“ für Europa zu fördern, entsteht ein Netz von sogenannten „European Digital Innovation Hubs“ – Innovationszentren, die KMU sowie den öffentlichen Sektor bei der digitalen Transformation unterstützen.

„Die erfolgreichen Bewerbungen der Region Weser-Ems und auch der Metropolregion Hannover-Braunschweig als European Digital Innovation Hub zeigen, dass die enormen Anstrengungen des Landes, Digitalisierung und KI zu fördern, Früchte tragen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Durch die Netzwerke gelingt es uns, den Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis voranzutreiben und digitale Innovationen für den regionalen Mittelstand in Niedersachsen fruchtbar zu machen.“

Zu den für eine Förderung durch die Europäische Union vorgesehenen Innovationszentren gehört das niedersächsische Vorhaben „Cross-Industry Transformation in Agriculture and Health“ – kurz CITAH – das durch das Informatikinstitut OFFIS in Oldenburg und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Osnabrück gemeinsam mit den Universitäten Oldenburg und Osnabrück sowie den Netzwerkpartnern GewiNet und Agrotech Valley Forum eingerichtet wird. CITAH baut auf den erfolgreichen Arbeiten des 2019 vom Land Niedersachsen gegründeten Zentrums für Digitale Innovation in Niedersachsen (ZDIN) sowie des niedersächsischen Innovationsverbunds SmartHybrid auf. Durch die erstmalige Verknüpfung der zwei bedeutenden niedersächsischen Wirtschaftszweige erwarten die Initiatoren wertvolle Synergien für beide Branchen – und Lerneffekte für den breiten Mittelstand. CITAH wird Dienstleistungen in vier Bereichen anbieten:

• Weiterbildung zu technologischen Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Interoperabilität und Cybersicherheit.
• Innovationslabore an den Standorten Oldenburg und Osnabrück für prototypische „Test-before-Invest“-Anwendungen.
• Beratung bei der Finanzierung von Digitalisierungsaktivitäten
• Vernetzung der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie des Gesundheitswesens mit Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnik zur Bildung strategischer Allianzen und Ökosysteme.

„Wir freuen uns, die erfolgreiche Arbeit des ZDIN nun mit Unterstützung der Europäischen Union in den kommenden drei Jahren auf eine breitere Basis stellen und damit den Unternehmen aus dem Gesundheitswesen sowie der Ernährungs- und Agrarindustrie in der Weser-Ems-Region tatkräftige Unterstützung bei der Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung bereitstellen zu können.“ so Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein, OFFIS Vorstand und Sprecher des zukünftigen Innovationszentrums CITAH.

Prof. Dr. Oliver Thomas, wissenschaftlicher Direktor des Forschungsbereichs Smart Enterprise Engineering am DFKI bekräftigt: „Mit CITAH wird der regionale Transfer zwischen Forschung und Mittelstand auf ein neues Level gehoben. Der Innovation Hub setzt erfolgreiche niedersächsische Initiativen, wie das Innovationsnetzwerk SmartHybrid fort, um zukünftig eine noch intensivere digitale Transformations¬wirkung zu entfalten. Dabei profitiert vor allem das regionale Ökosystem, indem Leitindustrien und branchenübergreifender Mittelstand voneinander lernen und gemeinsamen Fortschritt erreichen.“

CITAH soll aus den strategischen Finanzmitteln des EU-Programms „Digitales Europa“ gefördert werden. Diese sollen neben der Unterstützung der bereits erwähnten fünf Schlüsselbereiche vor allem den wirtschaft¬lichen Aufschwung beschleunigen und die digitale Transformation der europäischen Gesellschaft und Wirtschaft, insbesondere für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU), gestalten.

Geleitet wird CITAH vom Informatikinstitut OFFIS in Oldenburg. Die Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem DFKI-Forschungsbereich Smart Enterprise Engineering (Prof. Dr. Oliver Thomas) in Osnabrück, den Universitäten Oldenburg und Osnabrück, dem Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft (GewiNet) sowie dem Agrotech Valley Forum. Das Innovationszentrum wird voraussichtlich zum 01.01.2023 für zunächst drei Jahre die Arbeit aufnehmen.

Quelle: OFFIS - Institut für Informatik | FuE Bereich Gesundheit

Symbolbild: Sander Weeteling (Unsplash)


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