IoT-Systemprobleme machen Gesundheitswesen zu schaffen

IoT

Veröffentlicht 16.12.2022 09:30, Kim Wehrs

Nahezu alle Gesundheitsdienstleister in Deutschland, die Patientendienste mit direktem persönlichen Kontakt anbieten, haben IoT-/Telehealth-Funktionen für medizinische Geräte implementiert. Drei Viertel der IT-Fachkräfte in Gesundheitseinrichtungen sehen die Sicherheit von Patientendaten als gefährdeter an als je zuvor. Und die Mitarbeiter im Gesundheitswesen verlieren jährlich 18 Werktage aufgrund von technischen oder Systemproblemen.

Die Digitalisierung geht nicht ohne Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes (90 Prozent) sowie der Beeinträchtigung der Patientenversorgung durch ausgefallene Geräte einher. Die Pandemie hat traditionelle Modelle der Patientenversorgung weltweit auf den Prüfstand gestellt und verändert. Die verstärkte Einführung neuer Technologie im Gesundheitswesen spiegelt sich auch in den jährlichen Ausgaben für Technologie wider: 87 Prozent (73 Prozent weltweit) der Befragten haben diese seit dem Jahr 2020 erhöht. (1) Dabei konzentrieren sich die IT-Investitionen im Gesundheitswesen auf die drei Schlüsselbereiche Interkonnektivität, Automatisierung und Datenmanagement. Denn die in Deutschland Befragten sind der Meinung, dass:

■  Patientendienste von einer stärkeren Vernetzung profitieren würden (90 Prozent; 75 Prozent weltweit);

■  der Einsatz von Künstlicher Intel- ligenz (KI) in der Patientenversor- gung Aufgaben vereinfacht und dem medizinischen Personal ermöglicht, mehr Patienten zu behandeln (89 Prozent; 72 Prozent weltweit);

■  digitale Patientenakten die Zeit für

die Suche und Aufnahme von Informationen verringern und den Daten- austausch verbessern (95 Prozent; 94 Prozent weltweit).

Die zunehmende Implementierung entsprechender IoT-Geräte im Gesundheitssektor ist ein Zeichen dafür, dass die Branche offen für neue Technologien ist. Dennoch wird die flächendeckende Einführung von Fernüberwachung sowie die digitale Aktenführung medizinische Einrichtungen lange beschäftigen. Heute nutzen 83 Prozent (70 Prozent weltweit) der Dienstleister im Gesundheitssektor Geräte zur Fernüberwachung des Patienten beziehungsweise deren Gesundheitszustands und 50 Prozent (57 Prozent weltweit) der Kliniken, die Patienten mit direktem persönlichem Kontakt betreuen, haben ihre Aktenführung vollständig digitalisiert.

Geräteausfall verringert die für Patienten verfügbare Zeit

Allerdings können Technologien das Gesundheitspersonal durch kostspie- lige Geräteausfälle bei der Pflege einschränken. Mehr als die Hälfte der IT- Fachkräfte in Allgemeinarztpraxen und Kliniken (60 Prozent) geben an, dass ihre Einrichtungen Ausfallzeiten bei IoT-/Telehealth-Geräten erleben, was zu Verzögerungen bei der Patientenversorgung führt. Insgesamt sind 98 Prozent (92 Prozent weltweit) der befragten IT- Fachleute im Gesundheitswesen bereits auf solche Probleme gestoßen. Dabei geben 73 Prozent (58 Prozent weltweit) an, dass Systeme nicht effektiv integriert werden konnten und 70 Prozent (52 Prozent weltweit) stellten häufige technische Probleme fest. Aufgrund Letzterer verlieren Mitarbeiter im Gesundheitswesen im Durchschnitt wöchentlich etwa 3,2 Stunden (3,5 Stunden weltweit); oder anders ausgedrückt: Deutschlandweit gehen pro Jahr 18 Tage aufgrund von Geräteausfallzeiten verloren.

Um  eine  hochwertige  Pflege zu gewährleisten und gleichzeitig erschwerte Patientenversorgung aufgrund von Geräteausfällen zu vermeiden, müssen IT-Entscheidungsträger in medizinischen Einrichtungen eine intelligente, diagnostische Lösung implementieren. So kann über alle mobilen Geräte hinweg Transparenz geschaffen und, wenn notwendig, Fernsupport für betroffene Geräte geleistet werden.

Datenschutz bereitet IT- Fachkräften Kopfschmerzen

Neun von zehn IT-Fachkräften (90 Prozent; 86 Prozent weltweit) haben Bedenken, dass Patientendaten offengelegt werden, verloren gehen, abgerufen oder gestohlen werden sowie nicht ausreichend gesichert sein könnten. Ange- sichts der Tatsache, dass 91 Prozent der Unternehmen in Deutschland (70 Prozent weltweit) seit dem Jahr 2020 mit einer Datenschutzverletzung konfrontiert waren, sind diese Sorgen durchaus berechtigt. Die spezifischen Bedenken konzentrieren sich dabei auf folgende Verletzungen:

■  Diebstahl von Patientendaten durch einen Cyberangriff oder Hacking (41 Prozent; 39 Prozent weltweit)

■  Weitergabe von Patientendaten ohne Zustimmung des Patienten (35 Prozent; 36 Prozent weltweit)

■  Verlust von Patienteninformationen (33 Prozent; 36 Prozent weltweit)

Drei Viertel der IT-Fachleute (74 Prozent; 57 Prozent weltweit) sind der Meinung, dass Patientendaten heute gefährdeter sind als je zuvor, während 65 Prozent (46 Prozent weltweit) denken, dass ihr Unternehmen nicht genügend in die Sicherheit von Patientendaten investiert.

Sensible Informationen im Rahmen der Digitalisierung

Daten zu Krankheiten, der Krankengeschichte oder der Medikamentierung gehören mit zu den sensibelsten Informationen. Im Rahmen der Digitalisierung des Gesundheitswesens werden diese immer häufiger auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets verarbeitet oder gespeichert. Gesundheitseinrichtungen müssen daher sicherstellen, dass sowohl Geräte als auch Daten geschützt sind, etwa durch Enterprise-Mobility- Management-Lösungen, um sicherzu- stellen, dass sensible Patienteninformationen sicher gespeichert werden und die Einrichtung nicht verlassen. Darüber hinaus sollte es damit möglich sein, Geräte und IoT-Endpunkte aus der Ferne zu verwalten und diese im Falle eines Sicherheitsvorfalls auszuschalten.
 

(1) A Critical Investment: Taking the Pulse of Technology in Healthcare, Arlington Research/ Soti
Quelle: Krankenhaus-IT Journal, Ausgabe 05/2022


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