800 Gäste besuchten Fachtagung für digitale Gesundheitsforschung an der HHN

GMDS

Veröffentlicht 29.09.2023 07:20, Dagmar Finlayson

Die Hochschule Heilbronn holte die Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) von 17. bis 21. September nach Heilbronn.

„Wissenschaft. Nah am Menschen“ war der Leitgedanke der Tagung, für die ca. 800 Teilnehmende aus der ganzen Welt angereist waren.

Der Studiengang Medizinische Informatik feierte im Rahmen der GMDS-Tagung sein 50-jähriges Jubiläum.

Heilbronn, September 2023. Egal ob medizinische Fortbildungen, eine Summer School für Nachwuchsforscher*innen oder Fachvorträge, gepaart mit medizinischen Insiderwitzen – die Fachtagung der GMDS, kurz für Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie war ein voller Erfolg. In diesem Jahr hat die Hochschule Heilbronn (HHN) die wissenschaftliche Konferenz nach Heilbronn geholt: von 17. bis 21. September 2023 besuchten ca. 800 Interessierte die 68. Jahrestagung auf dem Heilbronner Bildungscampus.

Vielfältiges Programm

Die wissenschaftliche Tagung bot mit ihrer Agenda einen bunten Blumenstrauß an Programmpunkten an. Eines der Highlights war für viele der anwesenden Ärzt*innen die Chance, an Fortbildungen teilzunehmen. Hierfür hat die HHN von der Landesärztekammer Baden-Württemberg die Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung bekommen. So konnten Mediziner*innen aus einem breiten Themenspektrum Veranstaltungen auswählen, um ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Alle, die noch in den Anfängerschuhen stecken, fanden zum Beispiel in der Summer School optimalen Nährboden, um Fachwissen zu erweitern, Forschungsmethoden kennenzulernen sowie sich zu vernetzen und auszutauschen.

Tiefer in die Materie ging es dann beispielsweise bei Professor Andreas Mayer. Der Experte für IT-Sicherheit betreute mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Simon Tobias Schweizer die Poster-Session in der LIV-Bibliothek zum Thema Datenschutz und IT-Sicherheit. Fokussiert und vorgestellt wurden dabei mögliche IT-Tools und Ideen für solche, die es erlauben, Gesundheitsdaten der Forschung sicher bereitzustellen, ohne dabei den Datenschutz betroffener Patient*innen zu missachten. "Unsere Arbeit im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit hat das klare Ziel, technische Lösungen zu entwickeln, die sensiblen Daten höchstmögliche Sicherheit bieten. Wir wollen Daten teilen, um effiziente Forschung zu ermöglichen, dabei jedoch gleichzeitig sicherstellen, dass auch sensible Informationen stets geschützt und nicht zurückzuverfolgen sind“, erklärt Professor Mayer.
Das daran anknüpfende Tutorial „SMART on FHIR - Sichere Zukunft der digitalen Medizin?“ zeigte, dass der Standard SMART on FHIR, welcher den flexiblen Austausch von Gesundheitsdaten für vielfältige Anwendungsszenarien erlaubt, für Europa durchaus Potenzial hat – in Amerika gewinnt der Standard bereits an Beliebtheit. „Mit SMART on FHIR können Menschen unkomplizierten Zugang zu ihren ganz persönlichen Gesundheitsdaten bekommen. Durch die Implementierung des Standards, kann jede Person die Datensätze zur eigenen Gesundheit einsehen, egal in welchem Krankenhaus diese liegen. Auch medizinisches Personal und Forschende können über SMART on FHIR deutlich einfacher auf die Daten von Patienten oder Probanden zugreifen.“, erläutert Maximilian Westers, der zusammen mit Professor Mayer das Tutorial leitete. „Vieles spricht dafür, dass SMART on FHIR nach dessen Erfolg in den USA mittelfristig auch in Europa Einzug halten wird. Es ist daher wichtig, dass Personen im medizinischen Kontext den Standard kennen und mit entsprechendem Knowhow die Integration schnell, effizient und vor allem sicher vorantreiben können“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der HHN weiter.

Festakt: 50 Jahre Medizinische Informatik an der HHN

Im Zuge der GMDS-Jahrestagung feierte auch die Medizinische Informatik ihr 50-jähriges Bestehen. Der Kooperationsstudiengang der Hochschule Heilbronn und der Universität Heidelberg startete im Wintersemester 1972/73 und das Jubiläumsjahr dazu fand ihren krönenden Abschluss mit einem Festakt im Rahmen der Tagung. Zwei informative Impulsvorträge bildeten den Rahmen der Festveranstaltung, wobei sich der erste Vortrag von Marie Moe der Sicherheit von medizinischen Geräten widmete. Am Beispiel ihres eigenen Herzschrittmachers zeigte sie auf, wie es um die Sicherheit dieser Geräte bestellt ist und unterstrich damit die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen, um Patient*innen vor potenziellen Risiken zu schützen. Daneben gab Professor Holger Storf von der Universität Frankfurt und ehemaliger Absolvent des Studiengangs Medizinische Informatik Einblicke in die langjährige Erfolgsgeschichte des Studiengangs und warf einen Blick in die Zukunft und somit auf weitere 50 Jahre Medizinische Informatik.

Hinter den Heilbronner Tagungspräsidentinnen Dr. Monika Pobiruchin und Professorin Alexandra Reichenbach stand ein engagiertes Orga-Team der Informatik Fakultät der Hochschule Heilbronn. „Für Studierende der Medizinischen Informatik bot die Jahrestagung tolle Möglichkeiten, einen Einblick in die vielen Facetten der Gesundheitsforschung zu erlangen“, sagt Professorin Alexandra Reichenbach. Auch Dr. Monika Pobiruchin findet mit Blick auf die vergangene GMDS klare Worte: „Wir wollten Wissenschaft und Forschung im Gesundheitsbereich erfahrbar machen und dieses Wissen in die Gesellschaft tragen. Die positive Resonanz unserer Gäste bestätigt uns darin, dies erreicht zu haben.“


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Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit ca. 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt. Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende zudem beim Lebensziel Unternehmertum.

Quelle: Hochschule Heilbronn

Fotos: MATT STARK photography


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