Projekt DIRENE der FH St. Pölten zum digitalen Gesundheitswesen gewinnt MTD-Preis

Auszeichnung

Veröffentlicht 24.11.2023 10:10, Dagmar Finlayson

Das Forschungsprojekt DIRENE zum Einsatz digitaler Technologien in der Rehabilitation der Fachhochschule St. Pölten erhielt den MTD Award 2023 in der Kategorie „finanziell geförderte Projekte“. Den Preis vergibt der Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste Österreichs für besonders gelungene Innovations- bzw. Forschungsprojekte in den sieben MTD-Berufsfeldern Diätologie, biomedizinische Analytik, Logopädie, Ergotherapie, Orthoptik, Physiotherapie und Radiologietechnologie.

Der Anteil pflegebedürftiger älterer Menschen und chronisch Erkrankter wächst stetig. Digitale Technologien können einen wichtigen Beitrag leisten, die Qualität in Rehabilitation und medizinischer Versorgung langfristig zu sichern. Um Expert*innen im Gesundheits- und Sozialbereich im Umgang mit diesen Technologien zu schulen, hat die FH St. Pölten im Rahmen des internationalen Projekts DIRENE mit Partnerhochschulen aus Finnland, Deutschland, Griechenland und den Balearen u. a. ein Handbuch und einen Onlinekurs entwickelt.

Gruppenfoto Projektteam, Credit: FH St. Pölten

Digitale Kompetenzen

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass im Jahr 2050 über 2 Milliarden Menschen eines oder mehrere medizinische Assistenzsysteme vorübergehend oder dauerhaft verwenden werden. Um diesen Anforderungen gewachsen zu sein, ist es notwendig, medizinische Versorgung, Therapie und Rehabilitation neu zu denken. Einen wichtigen Beitrag kann die verstärkte Nutzung digitaler Technologien leisten.

„Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Über Online-Termine kann Rehabilitation mobil und über lange Distanzen erfolgen. Über die Bewegung der Augen gesteuert kann beispielsweise ein Computer das Schreiben oder Sprechen übernehmen“, erklärt Senior Researcher und Physiotherapeutin Anita Kidritsch vom Institut für Gesundheitswissenschaften der FH St. Pölten.

„Damit Gesundheits- und Sozialberufe diese Technologien in der Rehabilitation von Klient*innen kompetent anwenden können, benötigen sie allerdings unterstützende Lernangebote. Diese haben wir im Rahmen des Projekts DIRENE geschaffen“, so Kidritsch.

Kompetenzrahmen, Handbuch und Studienmodul mit Online-Kurs

Das Projektteam aus internationalen Expert*innen schuf eine gemeinsame Wissensbasis. Entstanden sind eine Datenbank zu digitalen Technologien, ein Handbuch und ein Studienmodul, die frei verfügbare und mehrsprachige Lernmaterialen für Lehrende und Studierende bieten. Darunter ist ein umfangreicher offener Online-Kurs für alle jene im Gesundheits- und Sozialwesen, die sich mobil lernend für die Anwendung digitaler Technologien in der Rehabilitation interessieren.

„Wir haben für lehrende und lernende Anwender*innen im Gesundheits- und Sozialbereich nutzer*innenfreundliches, evidenz-basiertes Lehrmaterial entwickelt. Damit digitale Technologien nutzbringend in Rehabilitation und medizinische Versorgung integriert werden können, braucht es nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch die Fähigkeit, dieses Wissen praktisch an die jeweiligen Anforderungen anzupassen“, erklärt Kidritsch.

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Projekt DIRENEAufbau von Kompetenzen und Fähigkeiten für eine neue Ära der personenzentrierten und mobil gesteuerten digitalen Rehabilitation

Das Projekt wurde von der EU im Rahmen der Förderschiene Erasmus+ unterstützt. Partnerinstitutionen im Projekt waren die finnische JAMK University of Applied Sciences (Projektleitung), Hochschule für Gesundheit Bochum, University of West Attica und die University of the Balearic Islands.

https://research.fhstp.ac.at/projekte/ ... -kompetenzen-und-faehigke...


Über die Fachhochschule St. Pölten

Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung zu den Themen Medien, Kommunikation, Management, Digitale Technologien, Informatik, Security, Bahntechnologie, Gesundheit und Soziales. In 6 Departments bieten 26 Studiengänge und zahlreiche Weiterbildungslehrgänge knapp 4.000 Studierenden eine zukunftsweisende Ausbildung. Hierbei werden Lehre und Forschung eng verzahnt, so auch am Institut für Gesundheitswissenschaften. Als European University leitet die FH St. Pölten die europäische Hochschulallianz E³UDRES² (Engaged and Entrepreneurial European University as Driver for European Smart and Sustainable Regions) und arbeitet mit seinen Partnern an Konzepten für die Hochschule der Zukunft sowie an der Entwicklung smarter und nachhaltiger europäischer Regionen.

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Foto: Preisverleihung, Credit: FH St. Pölten / Jakob Doppler

v.l.n.r.: Barbara Wondrasch (Leiterin des Instituts für Gesundheitswissenschaften), Anita Kidritsch (Projektleiterin DIRENE), Kerstin Lampel (Leiterin des Studiengangs Physiotherapie), Jakob Doppler (Leiter des Studiengangs Digital Healthcare sowie des Center für Digital Health an Social Innovation), alle FH St. Pölten.

Quelle: Fachhochschule St. Pölten


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