Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz setzen auf Roboterassistenz im OP

Agaplesion

Veröffentlicht 01.10.2021 08:40, Dagmar Finlayson

Ergonomischeres Operieren für den Chirurgen und schnellere Erholungszeiten sowie kürzere Krankenhausaufenthalte für die Patientinnen und Patienten: Der Einsatz von roboter-assistierten Systemen im Operationssaal bringt für beide Seiten erhebliche Vorteile. Die Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz haben sich daher für die Anschaffung eines da Vinci-X-Systems vom US-amerikanischen Hersteller Intuitive Surgical entschieden, das ab sofort insbesondere bei urologischen Eingriffen zum Einsatz kommt. 
 Das neue „Teammitglied“ verfügt über vier Arme, die jede Bewegung des Operierenden exakt und zitterfrei umsetzen. Am dreidimensional vergrößerten Bildschirm bleibt das Operationsfeld dabei stets übersichtlich im Blick. Das roboter-assistierte System ist bereits seit Juni im Haus. Nach Aufbau und intensivem Schulungsprogramm wird es nun für spezielle Operationen in der Urologie eingesetzt – etwa dann, wenn eine vollständige Entfernung der Prostata notwendig ist (radikale Prostataektomien) sowie bei Eingriffen an den Nieren. Der Einsatzbereich soll sukzessive erweitert werden. 
 
„Neben der Sicherheit steht für uns immer auch der Patientenkomfort im besonderen Behandlungsfokus“, erläutert Prof. Dr. Michael Fröhner, der als Chefarzt der Klinik für Urologie auch das in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz ansässige Prostatakarzinomzentrum leitet. „Mit dem da Vinci-X-System können wir die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten sowohl bei organerhaltenden Tumoroperationen als auch bei kompletten Entfernungen schonender behandeln als mit herkömmlichen Methoden. Daher haben wir uns entschieden, diese Zukunftstechnologie an unserer Klinik einzusetzen.“
 
Mit Blick auf die jährlichen Behandlungszahlen zählt die Urologie der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz zu den größten urologischen Behandlungszentren in Deutschland.  Darüber hinaus wurde sie vom Nachrichtenmagazin Focus auch für die Jahr 2021 zu einer der bundesweiten „Top-Kliniken“ bei der Behandlung von Prostatakrebs gekürt.
 
Da Vinci-X-Chirurgiesystem: der verlängerte Arm des Chirurgen 
 
Der nach dem Universalgenie Leonardo da Vinci benannte chirurgische Assistent ist mit einer Kamera und verschiedenen Instrumenten ausgestattet. Diese bieten sieben Freiheitsgrade und führen die vom Chirurgen vorgegebenen Handgriffe exakt aus. Nach dem standardisierten Lagern sowie der Desinfektion und dem Abdecken des Patienten wird der Bauchraum mit Kohlendioxid gefüllt. Im nächsten Schritt werden mehrere Zugangshülsen durch knopflochgroße Schnitte eingebracht. Darüber können die mit dem Roboter verbundenen und nur wenige Millimeter dünnen Instrumente eingeführt werden. Von einer Konsole aus können diese Instrumente durch den Operateur bzw. die Operateurin wie eine menschliche Hand in alle Richtungen abgewinkelt werden, wodurch etwa das Präparieren oder Nähen deutlich erleichtert wird. Außerdem ist es möglich, die Ansicht von Gewebestrukturen bis zu zehnfach zu vergrößern und auf diese Weise Nerven- und Gefäßstrukturen bestmöglich zu schonen.
 
Zum Abschluss eines roboter-assistierten Eingriffs wird das abgetragene Gewebe in einem so genannten Bergebeutel nach außen geführt, was in den meisten Fällen über einen der Zugangsschnitte erfolgt. Dank dieser Schlüssellochtechnik kann das Risiko für Blutungen verringert und die nachoperative Genesungszeit verkürzt werden. Einzig bei größeren Organen oder komplexeren Eingriffen – etwa bei der kompletten Entfernung einer Niere – können auch größere Schnitte erforderlich sein.
 
Neben den Patientinnen und Patienten profitiert auch das medizinische Personal von dieser innovativen Methode. Sie müssen nicht wie bisher steril am Patienten stehen und mit langen starren Instrumenten arbeiten, sondern bedienen das Robotersystem von der Konsole aus. Dadurch können Rücken und Gelenke geschont werden. Ein weiterer Vorteil: Auch der Übergang von offenen Eingriffen zu komplexen laparoskopischen Eingriffen wird durch die vielfältige Beweglichkeit der Roboterinstrumente erleichtert.
 
„Die Beschaffung und der Betrieb eines roboter-assistierten Chirurgiesystems ist teuer, daher haben wir diese Entscheidung gut abgewogen“, so Chefarzt Prof. Fröhner. „Neben Aspekten wie Wirtschaftlichkeit und Behandlungskomfort spielte dabei zugleich die Erwartung bzw. feste Überzeugung eine Rolle, auf diese Weise auch die Attraktivität für junge medizinische Talente steigern zu können. Wir wollen sie auf Basis dieser modernen OP-Möglichkeiten noch besser bei ihrer Ausbildung unterstützen und sie fit für künftige Aufgaben machen.“
Sicher ist aus Sicht des erfahrenen Urologen vor allem eines: „Robotik wird die Technik im OP-Saal in absehbarer Zeit dominieren. Als verlängerter Arm des Chirurgen ist sie jedoch immer nur so gut wie diejenigen, die sie steuern. Diese Kompetenzen weiter aufzubauen, ist daher zukunftsweisend für uns.“
 
Die Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz sind ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit sechs Fachkliniken und verfügen über 300 Betten. Auf Grundlage der interdisziplinären Konzepte zur Behandlung von Darm- und Prostatakrebs unter Berücksichtigung aktueller, wissenschaftlich fundierter medizinischer Leitlinien wurden das Darm- und das Prostatakarzinomzentrum der Zeisigwaldkliniken durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Weitere Informationen: www.bethanien-chemnitz.de
 
Die AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde 2002 in Frankfurt am Main von christlichen Unternehmen gegründet, um vorwiegend christliche Gesundheits­einrichtungen in einer anspruchsvollen Wirtschafts- und Wettbewerbssituation zu stärken. Zu AGAPLESION gehören bundesweit mehr als 100 Einrichtungen, darunter 23 Krankenhausstandorte mit über 6.340 Betten, 41 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit über 3.550 Pflegeplätzen, drei Hospize, 37 Medizinische Versorgungszentren, neun Ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie. Darüber hinaus bildet AGAPLESION an 15 Standorten im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege aus. Mehr als 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für eine patient:innenorientierte Medizin und Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Pro Jahr werden über eine Million Patient:innen versorgt. Die Umsatzerlöse aller Einrichtungen inklusive der Beteiligungen betragen über 1,6 Milliarden Euro. Die alleinigen Aktionär:innen der AGAPLESION gAG sind verschiedene traditionsreiche Diakoniewerke und Kirchen. Auch durch diese Aktionär:innen ist die AGAPLESION gAG fest in der Diakonie verwurzelt und setzt das Wohl ihrer Patient:innen, Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen als Maßstab für ihr Handeln. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.agaplesion.de.

Quelle: Weinholz Kommunikation
 


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