Hackerangriff auf den Medizin Campus Bodensee

Cybercrime

Veröffentlicht 14.01.2022 13:20, Kim Wehrs

Update Montag 17.01.2021 - 07.00 Uhr

MCB versorgt seit Samstagmorgen wieder Notfälle

Klinikpatienten sollen Termine telefonisch bestätigen lassen, Medizinische Versorgungszentren vorerst wegen Hackerangriff nicht in Betrieb

Seit Samstagmorgen ist der MCB wieder vollumfänglich zur Notfallversorgung von Patienten in der Region Bodensee-Oberschwaben in der Lage und auch geplante notwendige Eingriffe sind wieder möglich.

Parallel zu den Analysen und Ermittlungen haben die IT-Spezialisten alles darangesetzt, die medizintechnische Funktionsfähigkeit der beiden MCB-Krankenhäuser in Friedrichshafen und Tettnang wieder herzustellen. Als dies gelungen war, meldete sich der MCB wieder bei der Rettungsleitstelle an. Seither werden auch wieder die Patienten, die mit dem Rettungswagen oder -hubschrauber transportiert werden, in den beiden Zentralen Notaufnahmen versorgt.
„Dass wir jetzt wieder so schnell arbeits- und aufnahmebereit sind, freut uns sehr“, fasst MCB-Geschäftsführer Franz Klöckner zusammen. In den Medizinischen Versorgungszentren in Friedrichshafen und Tettnang ist in den kommenden Tagen noch kein Betrieb möglich, da aus Sicherheitsgründen alle Rechner „vom Netz“ genommen wurden.

„Dieser cyberkriminelle Angriff hätte jeden treffen können und hat in der jüngeren Vergangenheit bereits hunderte andere Firmen in vielen Branchen getroffen“, so der leitende IT-Spezialisten vom baden-württembergischen Innenministerium.  

Nach wie vor ist der MCB nur telefonisch und per Fax erreichbar, „E-Mails gehen noch nicht“, so Franz Klöckner. Der MCB bittet alle Patienten, die einen Termin im Klinikum Friedrichshafen oder in der Klinik Tettnang haben, sich telefonisch zu erkundigen, ob der vereinbarte Termin steht. Auf der MCB-Website finden sich alle relevanten Telefonnummern.

Die Zentrale des Klinikums Friedrichshafen ist telefonisch unter 07541-96-0 zu erreichen und die Klinik Tettnang unter 07542-531-0.



Erstmeldung:

Nach dem Hackerangriff auf den Medizin Campus Bodensee unterstützen Cybercrime-Spezialisten der Polizei den Klinikverbund.

Friedrichshafen / Tettnang (MCB) In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages (13. Januar) wurde das IT-System des Medizin Campus Bodensee (MCB) gehackt. Von diesem cyber-kriminellen Angriff ist der Klinikverbund, sind also das Klinikum Friedrichshafen und die Klinik Tettnang, nach der ersten Bestandsaufnahme hauptsächlich administrativ betroffen. Vorsorglich wurden alle Server und Geräte heruntergefahren, um eine weitere Verbreitung der Schadsoftware zu verhindern.

Die Versorgung der Patienten in den Häusern ist gewährleistet. Die Rettungsleitstelle wurde informiert, so dass Notfall-Patienten in anderen Krankenhäuser gebracht werden. MCB-Geschäftsführer Franz Klöckner hat über diese bedrohliche Ausnahmesituation auch seinen OSK-Geschäftsführer-Kollegen Prof. Oliver Adolph informiert und sagt: „Wir sind sehr froh und dankbar für die unkompliziert und schnelle Unterstützung durch die Oberschwabenklinik“.

Ebenso wurde die Polizei informiert, die am heutigen Nachmittag mit Cybercrime-Spezialisten ins Klinikum kommt, um gemeinsam mit der MCB-IT-Abteilung den Angriff zu analysieren und weitere Maßnahmen zu starten, um auch administrativ wieder hochfahren zu können. 


Über den Medizin Campus Bodensee:

Der Medizin Campus Bodensee bündelt medizinische Leistungen an zwei Standorten in 11 Kompetenzzentren. In Friedrichshafen und Tettnang behandelt Sie ein Netzwerk von Spezialisten.Im Rahmen des Verbundes arbeiten das Klinikum Friedrichshafen und die Klinik Tettnang eng zusammen. Einige unserer Kliniken betreiben wir an zwei Standorten – diese Kooperation dient der optimalen Patientenversorgung in der Inneren Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Anästhesie und Radiologie.



Quelle:  Medizin Campus Bodensee


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