Health-IT Talk: Analyse der IT in Krankenhäusern

IT Talk

Veröffentlicht 13.11.2020 10:30

IT-Sicherheit ist auch beim Health-IT Talk ein „Dauerbrenner“. In der November-Veranstaltung 2020 stellten Experten das Themenfeld aus verschiedenen Perspektiven vor. Im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes hängt IT-Sicherheit auch mit der Ermittlung des digitalen Reifegrads zusammen. Dafür sind Modelle zur Analyse des Reifegrades  der IT nötig.

Um Mittel aus dem Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) beantragen zu können, ist es gefordert den Reifegrad der eigenen IT-Infrastruktur zu ermitteln. Darüber hinaus gilt es, 15% der Fördermaßnahmen in Ihre IT-Security zu investieren. Zur Auswahl steht eine Vielzahl von Reifegradmodellen. Eine davon hat einen integrierten Fokus auf die IT-Security. INFRAM ist laut Anbieter HIMSS ein speziell für Krankenhäuser gemachtes Reifegradmodell.

Mindestens 15 Prozent der gewährten Fördermittel sind für Maßnahmen zur Verbesserung der Informationssicherheit zu verwenden. Das Bundesministerium für Gesundheit beauftragt bis zum 28. Februar 2021 eine Forschungseinrichtung mit einer den Krankenhauszukunftsfonds begleitenden Auswertung hinsichtlich der Digitalisierung aller Krankenhäuser und insbesondere der nach § 14a geförderten Vorhaben. Aus der Auswertung soll sich ergeben, inwieweit die Digitalisierung der Krankenhäuser und die Versorgung von Patientinnen und Patienten durch die Förderung verbessert werden konnten.

Im Rahmen des KHZG wird der digitale Reifegrad aller deutschen Krankenhäuser ermittelt. In dieser Auswertung ist der Reifegrad aller Krankenhäuser hinsichtlich der Digitalisierung jeweils zum 30. Juni 2021 und zum 30. Juni 2023 unter Berücksichtigung von Bewertungskriterien anerkannter Reifegradmodelle festzustellen. Basis sind bestehende Reifegradmodelle – Fokus: Sicherheit

Die Krankenhäuser, denen Fördermittel nach § 14a gewährt worden sind, übermitteln der vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Forschungseinrichtung auf deren Anforderung in elektronischer Form die für die Auswertung erforderlichen strukturierten Selbsteinschätzungen hinsichtlich des Umsetzungsstands digitaler Maßnahmen.


Infrastructure Adoption Model

Das von HIMSS Analytics im Markt angebotene „Infrastructure Adoption Model (INFRAM) nimmt den Reifegrad der IT Infrastruktur uner die Lupe. Oliver Lange, Senior Client Manager Healthcare Germany, NTT Germany AG & Co. KG, erläuterte das System.

Als achtstufiges Modell soll es IT-Führungskräften im Gesundheitswesen ermöglichen, den Status-Quo der eigenen technologischen Infrastruktur abzubilden und die fehlenden Fähigkeiten zu ermitteln, die erforderlich wären, um die klinischen und operativen Ziele ihrer Einrichtung zu erreichen und gleichzeitig Branchenstandards und regulatorische Vorgaben wie KRITIS zu erfüllen.

Grundlage ist ein Fragebogen mit 164 Fragen zu folgenden Kategorien:

  • ·Netzwerk (LAN/WAN) 32 Fragen
  • ·Rechenzentrum (onprem &Cloud) 18 Fragen
  • ·Wireless & Mobilität 33 Fragen
  • ·Kommunikation & Kollaboration 27 Fragen
  • ·Sicherheit 54 Fragen

HIMSS INFRAM soll die Möglichkeit bieten, Gesundheitseinrichtungen auf Basis einer international etablierten Vorgehensweise zu auditieren und den Reifegrad der IT Infrastruktur zu ermitteln. Gleichzeitig wird die internationale Vergleichbarkeit sichergestellt. Das neue Modell soll Gesundheitsorganisationen einen Überblick darüber geben, wo sie in Bezug auf die Infrastrukturarchitektur stehen. Es soll eine klare Roadmap für die Steigerung der Reife bieten und eine erfolgreiche Einführung von Electronic Medical Record EMR und anderen technischen Implementierungen sicherstellen. Wie das  HIMSS Analytics Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM) kann das INFRAM weltweit eingesetzt werden, um, so HIMMS, die Patientensicherheit zu verbessern, die Betriebskosten zu senken und die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.

 Durch die Zertifizierung für INFRAM kann NTT nach eigenen Angaben Krankenhäuser, Kliniken sowie andere  Institutionen des Gesundheitswesens standardisiert und nachhaltig bei der Analyse und Weiterentwicklung ihres „Digital-Readyness-Status“ begleiten. Vor-Ort bzw. Remote beträgt bei einem Assessment der Zeitaufwand 2 Tage. Es werden Fachkollegen zu den einzelnen Kategorien benötigt, um alle Fragen inhaltlich adressiert zu bekommen.

Abbildung:  Reifegrad der IT-Infrastruktur

Über Health-IT Talk

Branchenprofi tauchen sich im monatlichen Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg verbands- und fachrichtungsübergreifend zur Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft aus. Die vier beteiligten Partner (BVMI, KH-IT, SIBB, TMG) beschäftigen sich mit aktuellen Branchenthemen in Fachvortrag und Diskussion.

Quelle: www.health-it-talk.de


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