Klinikum Herford unterstützt Krebs-Patient*innen mit digitalem Therapie-Assistenten

Smartphone-App soll Erkrankte zu mehr Selbsthilfe befähigen

Veröffentlicht 04.12.2020 11:00

Das Klinikum Herford bietet seinen gynäkologischen Krebs-Patient:innen ab sofort einen digitalen Therapiebegleiter an, der sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützt. Die Smartphone-App MIKA begleitet Betroffene durch die Behandlung und hilft ihnen unter anderem mit Gesundheitsmonitoring und psychosozialem Coaching. Mit dem neuen digitalen Assistenten geht das Klinikum Herford einen weiteren Schritt, um Erkrankte zu mehr Selbsthilfe zu befähigen. 

Nach der Diagnose Krebs erleben Betroffene oft eine Ausnahmesituation: Viele fühlen sich mit den neuen Herausforderungen und Fragen rund um die Krankheit und die Therapie allein. “Mit der MIKA-App möchten wir Krebs-Patient:innen unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben, sich aktiv in die Behandlung einzubringen. In der App finden sie zum Beispiel medizinisches Wissen rund um die Erkrankung, wissenschaftlich fundierte Tipps für den neuen Alltag mit Krebs, aber auch Elemente zur Entspannung, die mental stärken können”, erläutert Dr. Jan Simon Raue, Gründer der Fosanis GmbH. Das Berliner Digital-Health-Unternehmen hat das Angebot in Zusammenarbeit mit Experten des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) und der Berliner Charité entwickelt.

Klinikum Herford bundesweit zweites Krankenhaus mit digitalem Therapiebegleiter

Als zweites Krankenhaus in Deutschland bietet das Klinikum Herford nun die App als digitalen Therapiebegleiter für gynäkologische Krebs-Patient:innen an. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die App auch auf weiteren Stationen eingesetzt werden. In MIKA können die Nutzer:innen zu Beginn ihre spezielle Krebserkrankung sowie Symptome oder die aktuell empfundene persönliche Belastung eingeben. Eine Künstliche Intelligenz (KI) ordnet die eingegebenen Daten mit Hilfe von Algorithmen ein und gibt gezielt Hinweise und Tipps.

„Im Verlauf der Behandlung und Nachsorge gibt es immer Phasen der Unsicherheit“, sagt Dr. Thomas Heuser, Chefarzt am Klinikum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. „Mit der MIKA-App können wir unseren Patient:innen neben der persönlichen Betreuung und Beratung in unserer Klinik nun auch digital zur Seite stehen und ihnen ein wichtiges Unterstützungsangebot an die Hand geben.“  

„Aufklärung, vor allem aber auch aktive Teilhabe wirken sich positiv auf Therapieerfolge aus. Wir möchten unsere Patient:innen und deren Angehörige mit Hilfe zur Selbsthilfe begleiten“, sagt Nadja Will. Sie ist die erste Selbsthilfebeauftragte des Klinikums und zudem als MIKA-Lotsin Ansprechpartnerin für Patient:innen und Mitarbeiter:innen bei Fragen rund um die App.

Die MIKA-App entspricht als Medizinprodukt hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. MIKA-Gründer Dr. Jan Simon Raue setzt dabei auf ein Höchstmaß an Datensicherheit. „Sämtliche personenbezogenen Datensätze liegen auf deutschen Servern und werden in Rechenzentren gespeichert, die nach ISO 27001 zertifiziert sind. Wenn es um die Sicherheit der Patient:innen geht, die MIKA nutzen, machen wir keine Kompromisse. Als Entwickler und Anbieter eines digitalen Medizinproduktes sind wir uns der besonderen Verantwortung bewusst.“

Die Smartphone-App ist sowohl im Apple App Store (iOS) als auch im Google Play Store (Android) frei verfügbar und kann über das Smartphone oder Tablet geladen werden. 

Patient:innen des Klinikums erhalten zudem ab sofort Aktionscodes, um einen gesonderten, zusätzlichen Therapiebereich zu aktivieren. Dort können sie individuelle, vom Klinikum Herford bereitgestellte Inhalte einsehen.


Lesen Sie mehr zum Thema "Aus dem Markt"

Mit Telemedizin durch die Pandemie
Aus dem Markt
JVCKENWOOD unterstützt Kunden mit etablierten Lösungen in schwieriger Zeit
Strategische IT für den Krankenhausverbund der Region
Aus dem Markt
Klinikverbund Ansbach setzt auf Managementsystem KIX
Smart Reporting stellt neue Produktgeneration vor
Aus dem Markt
Klinische Dokumentation

Lesen Sie hier die neuesten Beiträge

Die Zukunft des Krankenhauses ist digital
Digitalisierung
Interview