Universitätsmedizin Frankfurt gründet Zentrum für digitale Gesundheitsversorgung

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Veröffentlicht 14.05.2021 09:50, kiw

Das Universitätsklinikum Frankfurt und der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität haben das University Center for Digital Healthcare (UCDHC) ins Leben gerufen. Ziel des Zentrums ist es, das Potenzial der digitalen Gesundheitstechnologie optimal auszuschöpfen und für die bestmögliche Versorgung von Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen. Dafür haben sich drei Einrichtungen der Frankfurter Universitätsmedizin in einem Zentrum zusammengeschlossen.

Eine datengesteuerte Gesundheitsversorgung ist Grundlage für eine sichere und personalisierte Patientenbetreuung. Um Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln zu können, ist es erforderlich, dass deren Gesundheitsdaten zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind. Die Implementierung interner und externer Kommunikationsplattformen ermöglicht einen einheitlichen, aktuellen Informationsfluss und unterstützen so die Ärztinnen und Ärzte bei Ihren Entscheidungen. Für eine patientenzentrierte Digitalisierungsstrategie hat die Universitätsmedizin Frankfurt nun das University Center for Digital Healthcare (UCDHC) gegründet. Hier sollen Expertisen zusammengeführt, Innovationen mitgestaltet und umgesetzt werden. „Im UCDHC nutzen wir die Schnittstellen und Kompetenzen dreier Einrichtungen der Universitätsmedizin Frankfurt: die Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung, das Dezernat Informations- und Kommunikationstechnologie und die Medical Informatics Group“, erklärt Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am Universitätsklinikum Frankfurt. „Die Einrichtungen leisten mit ihrer Arbeit schon jetzt einen exzellenten Beitrag zur Patientenversorgung. Wir setzen im UCDHC auf ihre Expertise und das enorme Potenzial der Digitalisierung, um die Patientenversorgung weiter zu verbessern. Der digitale Wissenstransfer zwischen allen, die an der Behandlung der Patientinnen und Patienten beteiligt sind, fördert die Sicherheit und den Erfolg von Therapien.“ Am 14. April 2021 haben die Leiter der drei beteiligten Einrichtungen, Dr. Michael von Wagner, Jens Schulze und Dr. Holger Storf, die Geschäftsordnung des UCDHC unterzeichnet.

Drei Schwerpunkte

Das UCDHC wurde als Zentrum mit drei Schwerpunkten gegründet: Planung und Umsetzung einer digitalen Strategie für die Universitätsmedizin Frankfurt, Initiativen und angewandte Projekte im Bereich der Medizinischen Informatik und die Aus- und Weiterbildung von IT-Personal in diesem Bereich. Das UCDHC verzahnt die Arbeit der Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung (ID) mit dem Dezernat Informations- und Kommunikationstechnologie (DICT) und der Medical Informatics Group (MIG). Jeweils zwei der tragenden Einrichtungen sind für einen Schwerpunkt verantwortlich. „Wir werden in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Universitätsklinikum Frankfurt lang-, mittel- und kurzfristige Ziele in der Erreichung der Digitalisierung der Krankenversorgung definieren“, so Dr. Michael von Wagner, Geschäftsführender Direktor des UCDHC und Leiter der Stabsstelle ID. „Wir sehen unsere Aufgaben darin, im kontinuierlichen Austausch mit Fachgesellschaften und Verbünden aktuelle Entwicklungen in der Digitalisierung zu verfolgen, innovative kommerzielle Angebote zu bewerten und Kooperationen zu realisieren.“ Die Stabsstelle ID engagiert sich zusammen mit dem DICT im Schwerpunkt digitale Strategie.

Komplexe Algorithmen für die Gesundheitsversorgung

Die Etablierung der zweiten Säule, Initiativen und angewandte Projekte im Bereich der Medizinischen Informatik, verfolgt die Stabsstelle zusammen mit der Medical Informatics Group. Auch hier setzen die Verantwortlichen auf einen regelmäßigen Austausch, um Projekte zur Durchführung zu eruieren und Fördermöglichkeiten durch öffentliche und private Geldgeber auszuloten. „Spezifischen Herausforderungen in der klinischen Routine werden wir gezielt mit Projekten zur Entwicklung und Einführung von Methoden, Konzepten und Softwarelösungen begegnen“, erklärt Dr. Holger Storf, Leiter der MIG. In der Medizinischen Informatik werden Daten und Wissen in der Medizin systematisch erschlossen, verwaltet und bereitgestellt, um alle Akteure im Gesundheitswesen bei der bestmöglichen Krankenversorgung zu unterstützen. Anwendungsbeispiele sind rechnergestützte Dokumentationen im Rahmen von elektronischen Patientenakten, Kommunikationsplattformen für klinische Prozesse oder die systematische Aufbereitung von Bild- und Biosignalbefunden, mit denen diagnostische und therapeutische Entscheidungen unterstützt werden.

Gezielte Nachwuchsförderung

Um Projekte auf eine ausgezeichnete Basis zu stellen, ist gut ausgebildetes Personal erforderlich. Deshalb bündeln das MIG und das DICT im dritten Schwerpunkt ihre Kräfte und begegnen dem Fachkräftemangel im Bereich der Medizinischen Informatik mit gezielten Maßnahmen in der Nachwuchsförderung, der Aus- und Weiterbildung. Jens Schulze, Leiter des Dezernats für Informations- und Kommunikationstechnologie erklärt: „Wir wollen unser Personal durch regelmäßige Fachvorträge und Kurse fördern. Darüber hinaus planen wir, die Ausbildung von Fachinformatikern für Anwendungsentwicklung und Systemintegration aufeinander abzustimmen.“ Für alle Bereiche haben die UCDHC-Beteiligten außerdem eine enge Kooperation mit regionalen Einrichtungen und relevanten Studiengängen der Goethe-Universität sowie die Einbindung von Praktikanten, Bachelor- und Masterstudentinnen und -studenten in die Projekte beschlossen.

Quelle: Universitätsklinikum Frankfurt


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