Datenbasierte Impulse für die Krankenhausplanung in Deutschland

Studie

Veröffentlicht 28.05.2021 08:00, kiw

Neue Ideen für eine datenbasierte Krankenhausplanung in Deutschland liefert eine Studie, die eine wohnortnahe und qualitativ gute Versorgung von Patienten mit Wirtschaftlichkeit verbindet.Wie muss die deutsche Krankenhauslandschaft aussehen, damit Patienten bestmöglich versorgt werden? Dies sollte die Leitfrage bei der aktuellen Diskussion über die Krankenhausplanung in Deutschland sein.

Die bislang angestrebte Schließung vieler Häuser und Konzentration auf zentrale Großkrankenhäuser wird angesichts der aktuellen Erfahrungen immer stärker in Zweifel gezogen. Zudem gelten auch kleinere Krankenhäuser mit ihren teilweise hochspezialisierten Fachabteilungen als unverzichtbar für die gute Behandlung von Patienten. Die Krankenhausplanung in Deutschland kann effektiver gestaltet werden und dabei auf bereits vorhandene Stärken setzen. Eine  datenbasierte  Studie zeigt, dass eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Versorgung von Patienten und zugleich eine bessere Wirtschaftlichkeit erreicht werden können, wenn sich jedes Krankenhaus auf die Fachgebiete konzentriert, die es jetzt schon gut beherrscht.

Die Größe eines Krankenhauses ist dabei nicht entscheidend. Vielmehr kommt es auf die Stärken eines Hauses an und wie sein Versorgungsangebot von der Bevölkerung angenommen wird. Mittels öffentlich zugänglicher Daten und intelligenter Algorithmen kann die datenbasierte Studie für jedes deutsche Krankenhaus berechnen, wie stark es in seinen jeweiligen Fachabteilungen aufgestellt ist und von der regionalen Bevölkerung frequentiert wird.

Auf dieser Datenbasis können die Krankenhäuser ihr eigenes Profil zuspitzen und mit dem Portfolio anderer Häuser in ihrer Region abstimmen. Die Krankenhäuser geben dann die Fälle aneinander ab, die das jeweils andere Haus besonders gut versorgen kann. Das ist nach den komplexen Berechnungen von Vebeto sogar möglich, ohne dass sich die Fahrzeit für die Patienten verlängert.

Die Grundideen der datenbasierten Studie lassen demnach eine dezentrale Versorgung in Deutschland zu, bei der sich auch kleine Häuser auf ihre Stärken fokussieren können. Das bietet folgende Vorteile: Für alle Einwohner gibt es eine wohnortnahe Grundversorgung bei „alltäglichen“ Krankheiten und Notfallsituationen. In der Spezialversorgung beschränkt sich jedes Haus auf die Fachgebiete, die es „richtig gut“ behandeln kann und wird durch die steigende Routine in diesen Bereichen eine noch höhere Qualität erreichen – und kann sich darin einen Namen machen. Ein kleineres Portfolio vereinfacht zudem die internen Strukturen und Abläufe, außerdem schont es Ressourcen – zum Beispiel bei Personal und Geräten.

Die Studie schätzt datenbasiert ab, welche Auswirkungen eine Krankenhausplanung haben wird, die diesen neuen Weg geht: Die regionalen Krankenhausstrukturen weitgehend erhalten und bereits vorhandene Spezialisierungen der Häuser zuspitzen und aufeinander abstimmen – für eine gute Grundversorgung und herausragende Spezialversorgung in ganz Deutschland.

 

Quelle: www.vebeto.de/krankenhausplanung
Foto: Pixabay


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