Mission Cyber-Zukunft

ATHENE

Veröffentlicht 23.07.2022 10:00, Dagmar Finlayson

Fraunhofer SIT feiert 60-jähriges Jubiläum – Fortsetzung der Erfolgsgeschichte mit dem Nationalen Forschungszentrum ATHENE

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT feierte gestern seine Gründung vor rund 60 Jahren als Deutsches Rechenzentrum. Rund 80 Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Politik waren zur Feier in das Institut in der Rheinstraße gekommen und erlebten eine spannende Diskussion zum Thema Digitale Souveränität und aktive Cyberabwehr sowie interessante Vorträge zu aktuellen Cybersicherheitsthemen wie dem Einsatz von künstlicher Intelligenz, Datenschutz und Softwaresicherheit. Die Veranstaltung bildet den Schlusspunkt der einjährigen Jubiläumskampagne mit diversen Aktivitäten und Online-Veranstaltungen.

Einen Rückblick auf die Aktionen findet sich im Internet unter www.sit.fraunhofer.de/whatsnextsit.

Seit 60 Jahren wird in Darmstadt die digitale Zukunft erforscht und entwickelt: Das Fraunhofer SIT zählt zu den Pionieren der Forschung zu IT-Sicherheit und Datenschutz, ist heute eines der international führenden Institute für angewandte Cybersicherheit und gleichzeitig Sitz des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE. In seiner Festrede ging Institutsleiter Prof. Michael Waidner auf aktuelle Trends und Entwicklungen ein. „Der Ukraine-Krieg hat die IT-basierten Bedrohungen von Wirtschaft und Gesellschaft verdeutlicht. Die Cybersicherheitsforschung hat bereits Methoden zur Absicherung entwickelt, die jetzt zur Anwendung gebracht werden können“, sagte Waidner.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Claudia Plattner (Europäische Zentralbank), Hans-Joachim Popp von der Inhouse-Beratung der Bundeswehr und Prof. Haya Shulman (ATHENE / Goethe-Universität Frankfurt) ging es auch um konkrete Schutzmöglichkeiten wie die aktive Cyberabwehr. Darunter versteht man Maßnahmen wie das Blockieren oder Umleitungen von bösartigem Internetverkehr, mit deren Hilfe Cyberangriffe vereitelt werden können. Alle Teilnehmer sprachen sich gegen Vergeltungsaktionen wie Hackbacks aus, die große Risiken für Kollateralschäden und Dominoeffekte mit sich brächten. In Fachvorträgen informierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts über aktuelle Anwendungs- und Forschungsthemen wie die Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Cybersicherheit, Schutz vor Software-Manipulationen und der menschenfreundlichen Gestaltung von Datenschutzerklärungen. Ergänzt wurden die Vorträge durch diverse Technik-Demonstrationen, darunter zum Beispiel ein Deep Fake Video und ein bunter Barcode zum Echtheitsnachweis für Ausweisdokumente und Urkunden.

Im Rahmen der einjährigen Jubiläumskampagne hat das Institut besondere Einblicke in seine Forschungsarbeit gewährt. Unter dem Motto „60 Seconds Cybersecurity“ berichteten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in kurzen Videos über ihre Arbeit und zeigten, dass die Wirklichkeit oft nur wenig mit den gängigen Hacker-Klischees zu tun hat.

Beyond the Hoodie

Einen frischen Blick auf die Welt der Cybersicherheit war auch das Ziel der Kunstaktion „Beyond the Hoodie“, welche das Institut zusammen mit Studierenden des Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt durchgeführt hat. In gemeinsamen Workshops entwickelten die Studierenden gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer SIT neue Bild-Ideen zu verschiedenen Aspekten der Cybersicherheit. Die Ergebnisse erfreuen sich mittlerweile sowohl innerhalb als auch außerhalb des Instituts großer Beliebtheit, dürfen kostenfrei verwendet und unter https://www.sit.fraunhofer.de/beyondthehoodie/ heruntergeladen werden.

Foto: Teilnehmer der Panel-Diskussion v.l.n.r. Claudia Plattner (Europäische Zentralbank), Prof. Michael Waidner (Fraunhofer SIT / ATHENE), Prof. Haya Shulman (Goethe-Universität Darmstadt / ATHENE), Hans-Joachim Popp (BW Consulting) ©Catharina Frank, Fraunhofer SIT

Quelle: Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT


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