Krankenhäuser vor dem absoluten Kollaps

Ministerpräsidentenkonferenz ohne Ergebnis zur Klinik-Entlastung:

Veröffentlicht 07.10.2022 17:30, Kim Wehrs

Am Dienstag, den 4. Oktober 2022, tagten die 16 Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzler Scholz über den künftigen Kurs in der Energiekrise. Angesichts der Kostenexplosionen und der zu erwartenden weitereichenden Auswirkungen, standen mögliche Entlastungen für Privathaushalte und Unternehmen auf der Agenda. Nicht adressiert wurden etwaige Unterstützungskonzepte für Krankenhäuser.

Seit Wochen fordern Kliniken in Hessen und bundesweit einen Rettungsschirm, der die steigenden Kosten durch Energiekrise und Inflation abfedert. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte bereits schnelle und unbürokratische Hilfen in Aussicht gestellt. Krankenhäuser erwarten nun eine Konkretisierung.

„Die Krankenhäuser brauchen jetzt die Unterstützung. Ohne finanziellen Beistand werden viele Häuser unweigerlich in die Insolvenz rutschen", so Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft e.V. (HKG) Prof. Dr. Steffen Gramminger.

„Wir fordern im Namen der Gesundheitsversorger die politischen Entscheidungsträger zum sofortigen Handeln auf. Den Kliniken geht die Luft aus, sie können nicht mehr länger auf eine Lösung der Regierung warten. Es sind klare Maßnahmen nötig, damit die Krankenhäuser sich im bevorstehenden Winter auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten konzentrieren können", so Gramminger weiter.

Die finanzielle Lage der Krankenhäuser ist seit Jahren angespannt. Umsatzeinbrüche durch die Pandemie, Preisanstiege für Personal und Material sowie Abrechnungsschwierigkeiten stellen Kliniken vor enorme wirtschaftliche Herausforderungen. Dokumentations- und Bürokratiefluten kosten in Zeiten des Fachkräftemangels zusätzlich wertvolle Ressourcen. Die Energie- und Inflationskosten bringen aktuell für über 60 Prozent der Häuser bundesweit das Fass zum Überlaufen. Aus diesem Grund rief die Deutsche Krankenhausgesellschaft unter Unterstützung der Landesverbände zur Petition „Alarmstufe ROT – Krankenhäuser in Gefahr" auf und sammelte bislang über 64.000 Unterschriften.

 

Über die HKG:
Die Hessische Krankenhausgesellschaft e.V. (HKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Hessen. Sie ist Interessenvertretung der Krankenhäuser in der gesundheitspolitischen Diskussion, nimmt gesetzlich übertragene Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und unterstützt ihre Mitglieder durch individuelle Beratung. Des Weiteren nimmt sie die durch Satzung oder Vertrag übernommenen Aufgaben wahr. Die Hessische Krankenhausgesellschaft unterstützt ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und pflegt und fördert den Erfahrungsaustausch der Mitglieder untereinander.


Foto: Adobe Stock / Jintana


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