Studie: Krankenhaus-IT auf der Bremse?

Studie

Veröffentlicht 13.01.2023 08:50, Kim Wehrs

Die Studie „Benchmark Krankenhaus-IT“ bietet für Krankenhaus-IT-Abteilungen die Möglichkeit des Benchmarks hinsichtlich ihrer Ausstattung mit Personal, Budget und ihrer Praxis. „Große Visionen – kleine Ausstattung“ lautet das Credo der Studie für die vergangenen Jahre. Dabei hat sich das Krankenhaus-Zukunftsgesetz im Jahr 2021 als wesentlicher Impuls gezeigt.

Um die Digitalisierung der Krankenhäuser zielgerichtet und konsequent umzusetzen, bedarf es auch einer Digitalisierungs- und IT-Strategie. Schon bei der Bedarfsmeldung der KHZG-Fördermittel zeigte sich deutlich: Krankenhäuser, die eine IT- und Digitalisierungsstrategie entwickelt haben und sich hieran konsequent ausrichten, sind im Vorteil.

IT- und Digitalisierungsstrategie – Straßenkarte und Kompass

Beide Strategien sind in Krankenhäusern noch insgesamt zu selten vorhanden. Gerade einmal die Hälfte der befragten Krankenhäuser verfügt über eine schriftlich ausgearbeitete IT-Strategie. Weitere 35,4 % geben zwar an, eine IT-Strategie entwickelt zu haben, jedoch ist diese nicht stringent formuliert, sondern auf verschiedene Dokumente verteilt. Hier besteht das Risiko der fehlenden Verbindlichkeit. 17,2 % der befragten Krankenhäuser verfügen nicht über eine IT-Strategie. Hinsichtlich der Digitalisierungsstrategie zeigt sich, dass lediglich 41 % über eine solche verfügen. Schätzungsweise sind der Detaillierungsgrad und die allgemeine Reife der vorhandenen Strategien jedoch ausbaufähig.

Trotz KHZG - IT-Budget-Quote gesunken

Gerade das Krankenhaus-Zukunftsgesetz hat sich im Jahr 2021 als wesentlicher Treiber der digitalen Transformation im Krankenhaus hervorgetan. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen: Das Thema IT-Budget bleibt herausfordernd. Laufend werden höhere IT-Budgets gefordert. Die Argumentation liegt dabei auf der Hand: Ohne ausreichendes IT-Budget ist das Krankenhaus auf Dauer nicht wettbewerbsfähig. Dennoch ist die IT-Budget-Quote im Vergleich zur letzten Erhebung 2019 leicht gesunken.

Während 2019 eine Quote von 2,6 % erkannt worden war, ergab die Kennzahl in 2022 2,4 %. Zwischen 2019 und heute erlebten die Krankenhäuser aufgrund der Corona-Pandemie einen unerwarteten Geldsegen in Form von Freihaltepauschalen. Die Investitionsvorhaben wurden jedoch spätestens 2021 seitens der Träger deutlich gebremst. Auch die KHZG-Fördermittel mögen ein Grund sein, weshalb das IT-Budget in den Jahren gemindert wurde. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass diese Mittel nur ein Tropfen auf dem berühmten heißen Stein sein können – zumal die Mittel in spezifische Förderzwecke fließen müssen. Das IT-Budget gilt es somit auszuweiten.

Die Studie basiert auf einem Datensatz, der zwischen Juni und August 2022 mittels einer Online-Befragung und einer Curacon-internen Datenerhebung entstanden ist und insgesamt Daten 172 deutscher Krankenhäuser beinhaltet. Befragt wurden Krankenhaus-IT-Leitungen sowie Geschäftsführungen und Vorstände der deutschen Krankenhauslandschaft.

 

Quelle: CURACON GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, studien@curacon.de
Wolf-Dietrich Lorenz

Foto: Adobe Stock / gnepphoto


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