KI-gesteuerte Ultraschallgeräte für Studierende

UKB

Veröffentlicht 24.02.2023 08:00, Dagmar Finlayson

Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und die Medizinische Fakultät Bonn setzen europaweit erstmalig das KI-gesteuerte Ultraschallsystem Butterfly Blueprint™ des US-amerikanischen Unternehmens Butterfly Network für die Lehre von Medizin- und Hebammenstudierenden am UKB ein. Die innovativen, mobilen Schallköpfe ermöglichen eine unkomplizierte Diagnosestellung und Behandlung direkt am Patientenbett und fördern die komplexe Ultraschall-Ausbildung bereits im Studium auf dem gesamten UKB-Campus.

Ultraschalldiagnostik gehört zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Medizin. Die Untersuchung wird von nahezu jeder medizinischen Fachrichtung angewendet, und birgt keine Nebenwirkungen für Patientinnen und Patienten. „Allerdings sind Ultraschall-Bilder oft nicht leicht zu interpretieren – das UKB und die Medizinische Fakultät fördern deswegen eine frühe Ausbildung und Praxiserfahrung für Studierende der Medizin und Hebammenwissenschaft“, sagt PD Dr. Valentin Schäfer, Leiter der Rheumatologie und des internistischen Sonographie Zentrums am UKB. Als erste Gesundheitseinrichtung in Europa werden das UKB und die Medizinische Fakultät angehende Ärztinnen und Ärzte mit persönlichen, hochmodernen Ganzkörper-Butterfly iQ+-Geräten ausstatten und die Blueprint-Plattform von Butterfly im gesamten UKB implementieren, um die medizinische Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung weiter zu verbessern.

Bereits Anfang 2020 hatte die Medizinische Fakultät mit dem amerikanischen Anbieter des mobilen Ultraschallsystems kooperiert und mit über 30 Geräten das größte Kontingent in Europa eingeführt. Der Einsatz der tragbaren Geräte hat sich seitdem bewährt: Es wurden zahlreiche Studien aus Bonn publiziert, die vor allem den Nutzen in der medizinischen Lehre belegen. Als bislang einziger Anbieter liefert Butterfly mobile Schallköpfe, die ein kompatibles Smartphone oder Tablet in ein Bildgebungsinstrument umfunktionieren und so die praktische Anwendung von Ultraschalldaten in den klinischen Arbeitsabläufen des medizinischen Personals ermöglichen. Aus dem Grund soll die Zusammenarbeit nun auch auf die klinische Einbindung im UKB erweitert und Auswirkungen auf Versorgungsprozesse evaluiert werden. Das Gerät passt in die Hosentasche und wird durch eine Kombination aus Cloud-verbundener Software- und Hardware-Technologie datenschutzkonform betrieben, auf die über eine mobile App zugegriffen werden kann.

"Wir freuen uns, dass die mobilen Butterfly-Geräte mit ihrer Kombination aus Ganzkörper-Ultraschallsonde, Software, Cloud-Anbindung sowie der Integration in die klinischen und administrativen Systeme und Arbeitsabläufe bei uns am UKB zum Einsatz kommen werden und die Ultraschalldiagnostik in der Lehre und Patientenversorgung damit weiter optimieren“, sagt Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKB.

"Der Point-of-Care-Ultraschall, also die patientennahe Ultraschalldiagnostik, wird für unsere Studierenden in der Zukunft sicher essentiell sein", sagt Prof. Bernd Weber, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. "Die persönliche Ausstattung unserer Studierenden mit persönlichen Butterfly-Geräten begleiten wir mit einem spezifischen Lehrplan, zunächst im praktischen Jahr, der Ultraschallwissen fachübergreifend und noch umfänglicher einbezieht.“ Am UKB und der Medizinischen Fakultät werden die tragbaren Bildgebungsgeräte von Butterfly Network bereits zum nächsten Sommersemester eingeführt und sollen den Studierenden im praktischen Jahr von da an zur Verfügung stehen.

"Wir sind stolz darauf, mit dem UKB und der Medizinischen Fakultät zusammenzuarbeiten, um unsere Technologie noch stärker in das Gesundheitssystem einzubinden, und zwar mit einem verbesserten Zugang zu Aus- und Weiterbildung, erschwinglichen Geräten und praktischen, auf Begegnungen basierenden Arbeitsabläufen, wie sie nur das Butterfly Blueprint-System bietet. Durch diese Zusammenarbeit erhalten die Studierenden dieser führenden europäischen medizinischen Einrichtung Zugang zu hochmoderner Gesundheitstechnologie und zu Ausbildungsmitteln, um schließlich Ultraschalldaten direkt am Krankenbett kompetent nutzen zu können", so Niki Montgomery, Sr. Vice President, Commercial Development bei Butterfly Network, Inc.

Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Schäfer hat weltweit die meisten Publikationen zum Point of Care Ultraschall mit dem Butterfly System in der Inneren Medizin und Rheumatologie publiziert. PD Dr. Schäfer und Dr. Florian Recker, Facharzt für Geburtshilfe und Pränatale Medizin am UKB, sind mit der Projektleitung am UKB betraut und werden diese wissenschaftlich begleiten. Der Start der Einführung beginnt mit dem neuen Lehrplan, dem sogenannten BI-POCUS-Projekt (Bonn Internship Point-of-Care-Ultrasound) im Praktischen Jahr der Studierenden.

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr etwa 500.000 Patient*innen betreut, es sind 8.800 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt 1,5 Mrd. Euro. Neben den über 3.300 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr weitere 580 Personen in zahlreichen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking sowie in der Focus-Klinikliste auf Platz 1 unter den Universitätsklinika (UK) in NRW und weist den dritthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf.

Zu Butterfly Network: Butterfly wurde 2011 von Dr. Jonathan Rothberg gegründet und ist durch einen Unternehmenszusammenschluss mit Longview Acquisition Corp. an der New Yorker Börse notiert. Das Unternehmen hat mit dem Butterfly iQ+ das weltweit erste tragbare Ganzkörper-Ultraschallsystem mit nur einer Sonde und Halbleitertechnologie entwickelt. Butterfly hat es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinische Bildgebung zu demokratisieren und zum Streben nach globaler Gesundheitsgerechtigkeit beizutragen, indem qualitativ hochwertiger Ultraschall erschwinglich, einfach zu bedienen, weltweit zugänglich und intelligent vernetzt wird, auch für die 4,7 Milliarden Menschen auf der Welt, die keinen Zugang zu Ultraschall haben. Durch die firmeneigene Ultrasound-on-Chip™-Technologie ebnet Butterfly den Weg für eine frühere Erkennung und Fernbehandlung von Gesundheitszuständen auf der ganzen Welt. Butterfly iQ+ kann ab sofort von geschultem medizinischem Fachpersonal u. a. in Afrika, Asien, Australien, Europa, Nordamerika und Südamerika erworben werden; weitere Informationen zu den verfügbaren Ländern finden Sie unter: butterflynetwork.com/choose-your-country.

Bild:(v. l.) Prof. Wolfgang Holzgreve, zwei Studentinnen, Prof. Bernd Weber und PD Dr. Valentin Schäfer bei der Untersuchung einer Patientin mit dem KI-gesteuerten, tragbaren Ultraschallsystem von Butterfly Network.

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB)/A. Winkler

Quelle: Universitätsklinikum Bonn


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