Synergie zwischen Krankenhaus-IT und Risikomanagement

IT

Veröffentlicht 02.02.2024 09:20, Kai Wehrs

Die Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit und Effizienz von Krankenhäusern. Die IT ermöglicht es, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu managen. Interoperabilität und Normen wie ISO 14971 sind notwendig, um eine sichere und effiziente Patientenversorgung zu gewährleisten.

Ein Beispiel für die Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement ist das Einsatz von IT-Systemen zur Überwachung von Patientendaten. Diese Systeme können dazu beitragen, Fehler und Fehlentscheidungen zu identifizieren und zu vermeiden. Sie können auch dazu beitragen, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von IT-Systemen zur Verwaltung von Arzneimitteln. Diese Systeme können dazu beitragen, die Sicherheit von Arzneimitteln zu gewährleisten und die Kosten zu senken.

Die Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement kann dazu beitragen, die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern zu erhöhen, die Qualität der Versorgung zu verbessern und die Kosten zu senken.

Interoperabilität und Herausforderungen

Im Kontext der Interoperabilität ergeben sich spezifische Herausforderungen für das Risikomanagement. Die nahtlose Integration verschiedener IT-Systeme erfordert eine präzise Identifikation und Bewertung von Risiken, um potenzielle Störungen im klinischen Arbeitsablauf zu minimieren. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Einhaltung internationaler Standards wie ISO 14971. Diese Norm legt klare Anforderungen an das Risikomanagement im Medizinproduktebereich fest. Krankenhaus-IT-Systeme müssen diesen Normen entsprechen, um sicherzustellen, dass potenzielle Risiken von Anfang an systematisch erkannt und bewertet werden. Die Integration von ISO 14971-Anforderungen in das Risikomanagement der Krankenhaus-IT fördert nicht nur die Konformität, sondern stärkt auch das Vertrauen der Patienten und medizinischen Fachkräfte in die digitale Infrastruktur. Die ISO 14971 ist die Norm zur „Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte“. Sie beschreibt einen Risikomanagementprozess, der sicherstellen soll, dass die Risiken durch Medizinprodukte bekannt und beherrscht sowie im Vergleich zum Nutzen akzeptabel sind. (1)

Kommunikation zwischen IT-Verantwortlichen und Risikomanagern

Um die Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den IT-Verantwortlichen und den Risikomanagern erforderlich. Die IT-Verantwortlichen müssen die Risiken im Krankenhaus verstehen und die IT-Systeme und -Prozesse so gestalten, dass sie Risiken minimieren. Die Risikomanager müssen die IT-Systeme und -Prozesse nutzen, um Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu managen.

Eine effektive Kommunikation zwischen IT-Verantwortlichen und Risikomanagern lässt sich erreichen durch:

Regelmäßige Treffen: Es sollten regelmäßige Treffen zwischen IT-Verantwortlichen und Risikomanagern stattfinden, um sich über aktuelle Entwicklungen und Risiken auszutauschen.

  • Offener Dialog: Die Kommunikation sollte auf einem offenen Dialog basieren, in dem beide Seiten ihre Perspektiven einbringen können.
  • Gemeinsames Verständnis: Es ist wichtig, dass beide Seiten ein gemeinsames Verständnis der IT-Systeme und der Risiken haben.

Kliniken und Hersteller agieren unprofessionell

In nur wenigen Branchen wird so wenig Geld in die IT investiert wie in Gesundheitseinrichtungen. Gemäß dem Motto „you get what you pay for“ arbeitet in vielen Kliniken zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal in der IT. Zudem schwächen abenteuerliche IT-Infrastrukturen und ein hohes Maß an – teilweise unkoordiniertem – Outsourcing an verschiedene Akteure (z. B. Dienstleister für Drucker, Firewalls, PCs, Hersteller von IT-Systemen und Medizingeräten) die IT-Sicherheit.
Auch die Hersteller sind für die mangelnde IT-Sicherheit verantwortlich. Zu den Defiziten zählen

historisch gewachsene“ System- und Software-Architekturen, mangelndes Verständnis für die Bedrohung der IT-Sicherheit durch die völlige Vernetzung von IT und Medizintechnik sowie mangelnder Wille, im Risikomanagement die IT-Security systematisch zu analysieren und zu beherrschen. Hinzu kommt die fehlende Bereitschaft, Verantwortung nicht nur für das eigene Produkt zu übernehmen, sondern auch für das Produkt im Kontext eines Kliniknetzes zu übernehmen. (2)

In Zukunft wird die Bedeutung der Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement zunehmen. Die Digitalisierung von Krankenhäusern schreitet voran und auch die damit verbundenen Risiken. Die Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement ist eine grundlegende Voraussetzung, um diesen Risiken professionell zu begegnen.

Herausforderungen bei der Umsetzung der Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement

  • Kommunikation und Zusammenarbeit: Die IT-Abteilung und die Risikomanagementabteilung müssen eng zusammenarbeiten, um die Anforderungen des Risikomanagements an die IT-Systeme zu definieren.
  • IT-Systeme: Die IT-Systeme müssen so konzipiert sein, dass sie die Anforderungen des Risikomanagements erfüllen. Dazu gehören beispielsweise Funktionen zur Datenerfassung, Datenanalyse und Risikoüberwachung.
  • Ressourcen: Die Umsetzung der Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement erfordert Ressourcen, sowohl in finanzieller als auch in personeller Hinsicht.


Beispiele für die Symbiose von Krankenhaus-IT und Risikomanagement

  • IT-gestützte Risikoanalyse: IT-Systeme können genutzt werden, um Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln und zu analysieren. Diese Daten können dann verwendet werden, um potenzielle Risiken zu identifizieren. Beispielsweise können Daten aus Patientenakten, Finanzdaten und Qualitätsberichten genutzt werden, um Risiken für die Patientensicherheit zu identifizieren.
  • IT-gestützte Risikoüberwachung: IT-Systeme können genutzt werden, um Risiken kontinuierlich zu überwachen. Diese Überwachung kann dazu beitragen, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zur Risikominimierung zu ergreifen. Beispielsweise können IT-Systeme genutzt werden, um Zugriffsberechtigungen zu überwachen und Sicherheitsvorfälle zu erkennen.
  • IT-gestützte Risikominimierung: IT-Systeme können genutzt werden, um Maßnahmen zur Risikominimierung zu implementieren. Beispielsweise können IT-Systeme genutzt werden, um Zugriffsberechtigungen zu verwalten, sensible Daten zu schützen und Sicherheitsvorfälle zu beheben.

(1) Im Juli 2020 erschien die Neuausgabe der DIN EN ISO 14971 zum Risikomanagement von Medizinprodukten. Sie löste die isherige Ausgabe vom April 2013 ab.
(2) IT-Sicherheit im Gesundheitswesen, 2023, Johner Institut

Autor: Wolf-Dietrich Lorenz   
Bild: Adobestock / Coloures-Pic


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