KH-IT-Frühjahrstagung 2024: Blackout-Vorsorge in Kliniken extrem wichtig

Tagung

Veröffentlicht 28.04.2024 00:40, Dagmar Finlayson

Die KH-IT-Frühjahrstagung 2024 am 15. und 16.5.2024 im Hofgut Lilienhof - Ihringen (bei Freiburg i. Breisgau) informiert über "Blackout - und dann war es still". Das Agendateam will für Krankenhäuser Lösungen zur Verbesserung der Resilienz aufzeigen, Cybersicherheit kritisch unter die Lupe nehmen und bei Gefahren für die Grundversorgung den Blick aufs Ganze richten. „Aus der Praxis für die Praxis“ werden Experten in Ihringen den Verantwortlichen der Krankenhaus-IT Impulse für interdisziplinäre Umsetzungen geben. Referent Herbert Saurugg, Präsident der Gesellschaft für Blackout- und Krisenvorsorge, Wien, gibt im Interview erste Impulse.

von Wolf-Dietrich Lorenz

Wie beurteilen Sie den Status quo bei Krisen, Katastrophen und anderen Bedrohungen für Krankenhäuser?

Herbert Saurugg: Digitalisierung und Vernetzung bringen nicht nur Vorteile. Immer mehr Gesundheitseinrichtungen sind mit schweren Cyberangriffen bis hin zum Totalausfall konfrontiert. Dies stellt sie vor große Herausforderungen. Es ist wichtig, sich nicht nur auf Schutz und Prävention zu konzentrieren. Ebenso wichtig ist es, entsprechende Notfall- und Wiederherstellungspläne bereitzuhalten und zu üben. Denn die Folgewirkungen sind oft schlimmer als das Primärereignis.
Leider sehen wir auch, dass die gewohnt sehr hohe medizinische Versorgungssicherheit nicht nur durch IT-Ausfälle gefährdet ist. Krankenhäuser haben sehr hohe Ver- und Entsorgungsabhängigkeiten, die oft gar nicht so bewusst sind. Daher werden die Folgen eines möglichen überregionalen Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfalls („Blackout“) nach wie vor unterschätzt.
Dies bedeutet, dass die Anforderungen an die Krankenhäuser und eine ganzheitliche Krisenvorsorgeplanung weiter steigen werden.

Foto: Referent Herbert Saurugg, Präsident der Gesellschaft für Blackout- und Krisenvorsorge, zur KH-IT-Frühjahrstagung: „Unterschätze Folgen eines überregionalen Stromausfalls für die Gesundheitsversorgung.“

Was ist mit Blick auf Stromausfall sowie weitreichende Versorgungsunterbrechungen und -engpässe zu tun? Wie können sich Krankenhäuser rüsten?

Herbert Saurugg: Entscheidend ist, dass das ganze Szenario, also nicht nur die Dauer des Stromausfalls erfasst und vorbereitet werden. Dazu gibt es von mir einen umfassenden Praxisleitfaden (www.saurugg.net/krankenhaus).

Welche gewandelten Aufgaben und Anforderungen für das IT-Management ergeben sich durch Stromausfall sowie weitreichende Versorgungsunterbrechungen?

Herbert Saurugg: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch wenn die IT eine immer wichtigere Rolle spielt, müssen gerade beim Thema Versorgungsunterbrechung viele Aspekte gemeinsam betrachtet werden. Denn es kommt nicht darauf an, ob ein einzelner Bereich gut aufgestellt ist, sondern ob man gemeinsam die entsprechenden Rückfallebenen sicherstellen kann. In der IT ist die Sensibilisierung aufgrund negativer Erfahrungen allerdings oft höher.

Was wollen Sie den Teilnehmern aus dem Krankenhausmanagement bei der KH-IT-Frühjahrstagung 2024 vor allem vermitteln?

Herbert Saurugg: Mein Ziel ist es vor allem, ein gemeinsames Lageverständnis zu schaffen, warum das Thema Blackout-Vorsorge in Kliniken so extrem wichtig ist, denn hier geht es um viele Menschenleben, die von der Handlungsfähigkeit der Gesundheitsversorgung auch in einer solchen kaum vorstellbaren Krisensituation abhängen.

Agendaverantwortliche sind Alexandra Heimel (Organisation, tagung@kh-it.de), Ulrich Wieland (wieland@kh-it-de), Bastian Stockhausen (bastian.stockhausen@googlemail.com), Jan Halbuer jan.halbuer@marienhospital-hamm.de


Agenda KH-IT-Frühjahrstagung 2024

"Blackout - und dann war es still"

Keynote: Die unterschätzen Folgen eines überregionalen Stromausfalls für Gesundheitsversorgung Herbert Saurugg |Präsident der Gesellschaft für Blackout- und Krisenvorsorge


Ahrflut – Erfahrung aus einer unvorstellbaren Katastrophe
Frank Skubch | IT-Leiter, Dr. von Ehrenwall`sche Klinik | Ahrweiler

Krisen, Katastrophen und andere Bedrohungen für Krankenhäuser
Prof. Dr. Peter Bradl | Leiter Krisenstab FHWS, Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt | Würzburg

Warum IT-Resilienz allein im Krankenhaus nicht funktioniert
Michael Thoss | Leiter Informationstechnologie und PMO IT, Klinikum Hochrhein | Waldshut-Tiengen


Sicherheit der IT-Infrastruktur von Krankenhäusern und notwendige Investitionen
Randolf Skerka | Gutachter & Auditor, SRC Security Research & Consulting GmbH | Bonn


ImProfil
StartUps 4 HealthCare
Change IT Solutions GmbH | Freiburg im Breisgau
innnow GmbH | Ascheberg
myScribe GmbH | Mannheim
Rheyni GmbH & Co. KG | Bremen
Famedly | Berlin
UrbanRay | Köln


Das Gesundheitswesen im Fokus von Cyberkriminellen
Torsten Seeberg | Polizeihauptkommissar, ZAC Baden-Württemberg

Gehackt werden immer nur die Anderen – ein Erfahrungsbericht in drei Akten
Philipp Kleinmanns | SVP Cyber Security, tba | Materna Information & Communications SE

Cyberangriff im Krankenhaus
Stefan Schramm | Leiter IT, Medizincampus Bodensee | Friedrichshafen

Notfallplanung 2.0 | Die Zukunft der Krankenhaus-IT in kritischen Situationen
Timo Gmoser | HPe Enterprise | Frankfurt, Co Referent Uniklinik

NIS 2.0: Umsetzung in Deutschland – Fluch oder Segen?
Maik Wetzel | Strategic Business Development DACH, Deutschland GmbH | Jena

Security machen jetzt die Anderen
Charles Kionga | Bechtle, Michael Walouch | Klinikum Schloss Winnenden


Anmeldung
www.kh-it.de/fruehjahr2024

Die Tagung findet in Präsenz statt.


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