Viele Krankenhäuser in Deutschland nutzen bereits die Cloud

Cloud

Veröffentlicht 04.12.2020 10:30

Patientenportale aus der Public Cloud finden großen Zuspruch

Mehr als ein Drittel der Befragten (38 Prozent) gaben an, dass das Thema Public Cloud-Lösung gegenwärtig eine „hohe“ oder sogar „kritische“ Priorität darstellt. Dabei ist diese Einschätzung unabhängig von der Selbsteinschätzung der digitalen Reife des Krankenhauses, die ebenfalls in der Erhebung abgefragt wurde. Die von den Befragten derzeit am häufigsten eingesetzten Cloud-Lösungen werden für die Bildspeicherung (PACS) und administrative Software wie Microsoft Office 365 genutzt. Etwa 80 Prozent der Studienteilnehmer können sich vorstellen, mindestens einen Prozess oder Dienst aus der Public Cloud zu beziehen, und bei 30 Prozent der Stichprobe beläuft sich diese Zahl sogar auf drei bis vier Prozesse bzw. Dienste. Am häufigsten wird dabei das Patienten- bzw. Zuweiserportal als ein Service genannt, den Befragte in die Public Cloud auslagern würden, gefolgt von administrativen Lösungen bzw. Bürosoftware und Archivierung. Ein Drittel aller Studienteilnehmer kann es sich vorstellen, Spracherkennung sowie die elektronische Fallakte aus einer Public Cloud zu nutzen.

Public Cloud punktet gegenüber On-Premise-Lösungen

Die Befragten beurteilen im Durchschnitt Public Cloud-Lösungen vorteilhafter als On-Premise Lösungen. Für Public-Cloud, so die Studie, sprechen überwiegend sowohl technisch-funktionelle als auch vertraglich-wirtschaftliche Aspekte. Hier handelt es sich insbesondere um die Skalierbarkeit der IT-Kapazität und -Leistung; regelmäßige Patches, Updates und Release Management durch den Anbieter; Einsparungen bei Hard- und Softwareinvestitionen; einen geräte-, zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf IT-Lösung sowie einen geringeren IT-Administrationsaufwand.

„Da Public Cloud Dienste im Softwareabonnament (SaaS) bereitgestellt werden, fallen zudem hohe Anschaffungsinvestitionen weg und der Fokus der Digitalisierung verlegt sich von der Infrastruktur auf die Prozesse.“ erläutert Martin Eberhart, General Manager Healthcare DACH & EE bei Nuance Communications.

An On-Premise-Diensten schätzen Krankenhäuser insbesondere Aspekte im Zusammenhang mit Sicherheitsbedenken: Schutz der Patientendaten vor unberechtigtem Zugriff; Reduktion von Sicherheitsrisiken; das vollständige und zuverlässige Löschen von Daten bei Bedarf; die DSGVO-Konformität, aber auch die Möglichkeit, IT-Lösung an die individuellen Bedürfnisse einer Einrichtung anpassen zu können. Doch diese subjektiv wahrgenommenen Sicherheitsbedenken können Cloud Provider mittlerweile sehr gut adressieren. Hier wird auch das kürzlich verabschiedete Krankenhauszukunftsgesetz, das die Nutzung von Cloud-Computing explizit als Möglichkeit zur Digitalisierung von Prozessen aufführt, helfen. Das darin enthaltene Investitionsbudget in Höhe von insgesamt 4,3 Milliarden Euro stellt u. a. Mittel für „eine bessere digitale Infrastruktur“ zur Verfügung.

Laut Studie wird die Nachfrage nach Public Cloud-Diensten in den nächsten ein bis zwei Jahren eher moderat wachsen, während in drei bis fünf Jahren mit einem stärkeren Anstieg zu rechnen ist und die Public Cloud die Mehrheit der deutschen Krankenhäuser erreicht haben wird.

„Das gerade verabschiedete Krankenhauszukunftsgesetz hebt explizit den Wert von Cloud-Diensten hervor, die digitale Transformation zu unterstützen und benennt Cloud als eine der durch das Gesetz zu finanzierenden Maßnahmen“, unterstreicht Tim Kelsey, Senior Vice President, Analytics International, HIMSS.

Quelle: Nuance  Bild: Antares


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