Herbsttagung KH-IT 2021 "Compliance": Mit Messenger auf dem gleichen Informationsstand

KHIT

Veröffentlicht 31.08.2021 19:50, Dagmar Finlayson

Bei der KH-IT-Herbsttagung 2021 steht das Themenfeld „Compliance“ im Mittelpunkt. Experten wollen den aktuellen Stand beleuchten und praktische Tipps zur Umsetzung geben. Einen besonderen Aspekt stellen die Kommunikationsmittel der Behandlungsteams dar. Referentin Julia Opstals, Head of Applications, Allm EMEA, betrachtet den Mehrwert von Messenger Anforderungen und Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz. Die Tagung findet am 22. und 23.09.2021 online statt.

Welches sind aktuelle Kernpunkte beim Einsatz von Messenger-Apps in Krankenhäusern? Welches sind Vorteile, welches Anwendungsgrenzen? 

Julia Opstals: Messenger bieten im Gegensatz zu herkömmlichen Kommunikationsmitteln viele Vorteile: Behandlungsteams lassen sie bequem in Gruppen organisieren, die Kommunikation kann asynchron erfolgen und Dateien lassen sich direkt übermitteln. So ist sichergestellt, dass alle immer auf dem gleichen Informationsstand sind, zum Teil lebenswichtige Informationen schnell übermittelt werden und vor allem keine Informationen verloren gehen.

Auf welche Kommunikations-Trends sollte sich die Krankenhaus-IT vor allem vorbereiten?

Julia Opstals: Kommunikation und Kollaboration wird sich künftig verstärkt auch außerhalb der eigenen vier Krankenhauswände abspielen. Demografische Veränderungen, Fachkräftemangel und weitere Faktoren erfordern eine stärkere Vernetzung der Leistungserbringer. Die KH-IT sollte das aktiv unterstützen: On-Premise-Lösungen etwa haben in diesem Szenario keinen Platz mehr.

Was wollen Sie als Referentin den Verantwortlichen aus Krankenhäusern auf der KH-IT-Veranstaltung an Impulsen und Handlungsempfehlungen mitgeben?

Julia Opstals: Ein Messenger entfaltet nur dann seinen vollständigen Mehrwert, wenn er flexibel auf die unterschiedlichen Anforderungen der medizinischen Fachkräfte eingestellt werden kann. Die Lösung sollte also in die KH-IT integriert werden können (PACS, KIS, RIS etc.) und neben der gesamten Bandbreite kommunikativer Möglichkeiten – Chatten, File-Sharing, Sprach- und Videotelefonie – auch dediziert medizinische Funktionen bieten: DICOM-Viewer, TimeStamps, Fall-Listen und die mobile, strukturierte Erfassung Daten.

Foto: Julia Opstals, Head of Applications, Allm EMEA: "Demografische Veränderungen, Fachkräftemangel und weitere Faktoren erfordern eine stärkere Vernetzung der Leistungserbringer. Die KH-IT sollte das aktiv unterstützen."

Weitere Themenfelder der Herbsttagung

Weitere Themenfelder der Herbsttagung liegen auf der Gewährleistung der Betriebsbereitschaft ("business continuity management"). Compliance und IT-Konvergenz im Krankenhaus stehen ebenfalls auf dem Programm. Auf die "Compliance" zum KHZG sind ebenfalls Beiträge ausgerichtet, etwa zu den Herausforderungen und Möglichkeiten des Reifegradradars.

Die rechtlich korrekte Vergabe im Rahmen von KHZG Projekten ist ebenfalls Thema, wie auch  Auswirkungen der im KHZG angelegten TI Weiterentwicklung TI 2.0 und die daraus abgeleiteten IT-Sicherheits­vor­gaben für den ambulanten Bereich bzw. die MVZ.

Begleitet wird die Herbsttagung von Industriepartnern, die ihre Lösungen in Kurzbeträgen und in virtuellen Ausstellungsräumen präsentieren und die Teilnehmer zur Diskussion einladen.

Aufgrund der Corona-bedingten Hygieneauflagen wird die Herbsttagung in mittlerweile bewährter Form wieder online und interaktiv stattfinden.

www.kh-it.de


Themen und Referenten

Compliance aus Sicht der IT-Sicherheit


Eröffnung und Begrüßung
Horst-Dieter Beha, Vorsitzender KH-IT e.V.

Einführung in das Tagungsthema
Thorsten Schütz, Martin Staemmler, KH-IT e.V

Digital unterstützte intersektorale Ver­sorgungsketten – innovativ, funktional, sicher, vertrauenswürdig und compliant
Martin Peuker, Leitung Geschäftsbereich IT
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Gunther Nolte, Ressortleiter IT & Digitalisierung, Prokurist, Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH

Aktuelle Entwicklungen B3S und SGB 75c
Rüdiger Gruetz, ISB Klinikum Wolfsburg, Stellvertretender Leiter BAK
 
KRITIS, §8a BSIG ISO 27001 und BCM  -  Bringen Sie sich in Sicherheit
Britta Weber, IS-Beauftrage / QM Managerin, Dipl.-Inf. (FH), Michael Heitmann, IT Leiter
Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg gGmbH

Anforderungen an Messenger-Dienste
Helmut Eiermann, stellv. Landesbeauftragter für den Datenschutz, Rheinland-Pfalz

TI-Messenger - der neue Standard für sicheres, interoperables Instant-Messaging im Gesundheitswesen
Eric Grey, Produktmanager gematik GmbH Berlin

Ein Messenger für das Gesundheitswesen muss mehr bieten als Chatten
Julia Opstals, Till Berger, Head of Marketing & Communications, Allm EMEA GmbH, Erlangen


Compliance zum KHZG und zur TI 2.0


Das Reifegradradar - Herausforderungen und Möglichkeiten
Prof. Dr. med. Sylvia Thun, Berlin Institute of Health an der Charité

KHZG: rechtskonforme Vergabe
Werner Bachmann, Rechtsanwalt, Friedrich Graf von Westfalen & Partner mbh

TI 2.0 – Möglichkeiten für Krankenhäuser
Claus-Georg Becker, IT-Architekt, gematik GmbH, Berlin

KBV-Richtlinie SGB 5 §75b
Udo Karlins, KV Schleswig-Holstein, Bad Segeberg


KH-IT News

IT konvergiert - Umfrageergebnisse zur Verschmelzung IT-lastiger Krankenhausabteilungen
Dipl.-Ing. Ulrich Wieland, Medizinprodukte-Sicherheits- und Strahlenschutzbeauftragter,
DRK-Klinikservicegesellschaft Sachsen mbH

 


Programmverantwortlicher Martin Staemmler (staemmler@kh-it.de), wissenschaftlicher Beirat des KH-IT

Programmverantwortlicher Thorsten Schütz (schuetz@kh-it.de), Vorstand des KH-IT

 

Organisator ist Günter Gartner, Leiter des Veranstaltungsservice KH-IT  (gartner@kh-it.de).

 

Quelle Text: Wolf-Dietrich Lorenz


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