Elektronisches Siegel verspricht hohes Sicherheitsniveau

Siegel

Veröffentlicht 11.03.2022 08:10, Wolf-Dietrich Lorenz

Im Gesundheitssektor hat der Herkunftsnachweis und Schutz der Dokumente eine große Bedeutung. Durch Siegellösungen ist es möglich, zusätzliche Dokumentenarten, wie Entlassungsdokumente, Ärztebriefe oder Überführungsbescheide, in die elektronische Patientenakte zu integrieren. Weiterhin sollen elektronische Siegel in der Lage sein, Prozesse, die ein hohes Sicherheitsniveau voraussetzen, auf eine verlässliche Basis zu stellen.

Eine elektronische Signatur eignet sich für Dokumente, in denen eine Willenserklärung zum Ausdruck kommt, beispielsweise bei Kaufverträgen, Bestellungen oder Angebotsschreiben. Das elektronische Siegel stellt hingegen sicher, dass die Dokumente von einer bestimmten Organisation stammen und echt sind. Oder anders ausgedrückt: Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ersetzt die handschriftliche Unterschrift, das elektronische Siegel ist das Pendant zum Unternehmensstempel.

Anwender, die bereits eine Signatur-Lösung im Einsatz haben, können die vorhandene Infrastruktur aus Hardware und Software auch für das elektronische Siegel nutzen. Benötigt wird eine Smartcard, auf der ein qualifiziertes Organisationszertifikat und ein kryptografisches Schlüsselpaar hinterlegt sind. Außerdem sind ein Kartenlesegerät und eine gängige Signatur-Software notwendig.

Das elektronische Siegel gibt es in zwei Varianten: für Einzeldokumente und als Multi-Siegelkarte, mit der sich eine große Anzahl von Dokumenten in einem Vorgang siegeln lassen.

Die elektronische Siegelkarte ist bei einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter erhältlich. Diese sollen die strengen Anforderungen der eIDAS-Verordnung an Sicherheit und Haftung erfüllen. Sie unterliegen der strengen Aufsicht einer nationalen Behörde - in Deutschland ist dies die Bundesnetzagentur und werden alle zwei Jahre von unabhängigen Auditoren zertifiziert.

Einsatzszenarium auch bei Healthcare

Im Gesundheitssektor und der Finanzbranche etwa hat der Herkunftsnachweis und Schutz der Dokumente eine große Bedeutung. Durch Siegellösungen ist es möglich, zusätzliche Dokumentenarten, wie Entlassungsdokumente, Ärztebriefe oder Überführungsbescheide, in die elektronische Patientenakte zu integrieren. Weiterhin sind elektronische Siegel in der Lage, Prozesse, die ein hohes Sicherheitsniveau voraussetzen, auf eine verlässliche Basis zu stellen. Im Bankensektor zum Beispiel sorgen gesiegelte Dokumente für eine sichere und vertrauenswürdige Kommunikation. Laut der neuen EU-Zahlungsrichtlinie PSD2 müssen Anfragen von Drittanbietern, etwa FinTechs, an die kontoführende Stelle mit einem elektronischen Siegel abgesichert sein.


Von Wolf-Dietrich Lorenz
Foto: Adobe Stock / tippapatt


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